BAUSTELLE

Warum B-236-Sperrung Langenholthausen Probleme bringt

B-229-Baustelle in Langenholthausen, aufgenommen Mitte Mai

B-229-Baustelle in Langenholthausen, aufgenommen Mitte Mai

Foto: Sven Paul

Balve/Lennetal.  Die B 236 in Teindeln wird ab Montag gesperrt. Klingt weit weg. Ist es aber nicht. Eine Umleitung führt über Langenholthausen.

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Eine Vollsperrung der B 236 im Lennetal bei Teindeln dürfte die Verkehrsprobleme in Langenholthausen verschärften. Fakt ist: Ab Montag, den 15. Juli, wird die Bundesstraße von der Abzweigung In der Lothmecke bis zum Möbelfachgeschäft Roller vollständig bis voraussichtlich Ende November 2019 gesperrt. Das teilte Kreissprecher Hendrik Klein am Freitag mit.

Der Zugang zum Möbelfachgeschäft ist demnach aber weiterhin aus Richtung Plettenberg gewährleistet. Für den Straßenverkehrsteilnehmer sind Umleitungen ausgeschildert und führen von Werdohl über Neuenrade, Küntrop, Langenholthausen, Amecke, Allendorf und Hüttebrüchen nach Plettenberg.

Grund für die Vollsperrung in Abstimmung mit den Städten Plettenberg und Werdohl sowie dem Märkischen Kreis ist eine umfangreiche Baumaßnahme des Verteilnetzbetreibers Westnetz zur Umstellung des Erdgasnetzes im Großraum Südwestfalen.

Was in Teindeln passiert

In Teindeln wird ein neuer Netzkopplungspunkt errichtet, der die bestehende Gashochdruckleitung der Open Grid Europe GmbH (OGE) mit der Hochdruckleitung des Verteilnetzbetreibers Westnetz neu verbindet. Dazu erfolgt der Neubau einer Gasdruckregel- und Messstation (GRDM-Station) und die Anbindung dieser Station an das bestehende Netz. Auf einer Länge von 1800 Metern entsteht in den kommenden zwei Jahren eine neue Leitungsanbindung von In der Lothmecke bis zum Schieberkreuz in Teindeln.

Welche Alternativen es gab

„Die Vollsperrung ist für die Realisierung dieses Projektes leider unumgänglich und wir möchten die Verkehrsteilnehmer und Anwohner im Vorfeld um Rück- und Nachsicht für die entstehenden Verkehrsbeeinträchtigungen bitten“, wird Westnetz-Projektleiter Norman Halft zitiert: „Wir haben im Vorfeld geprüft, ob eine halbseitige Sperrung und eine einspurige Verkehrsführung möglich gewesen wäre. Die aus Sicherheitsgründen erforderliche Restfahrbahnbreite, um einen dauerhaft fließenden Verkehr gewährleisten zu können, war leider nicht gegeben. Somit war eine Vollsperrung unumgänglich.“

Wie der Zeitplan aussieht

Neben der Leitungsverlegung in der B 236 und der Errichtung der GDRM-Station In der Lothmecke, die parallel dazu gestartet wird, sind für die Realisierung des Gesamtprojektes noch die Kreuzungen der Bahnstrecke und der Lenne sowie eine Schieberstation in Teindeln für die Anbindung an das vorhandene Leitungssystem der Westnetz zu errichten. Die bautechnische Umsetzung des Projektes wird voraussichtlich Ende 2020 fertiggestellt sein.

Was L- und H-Gas sind

Hintergrund: Marktraumumstellung L-/H-Gas In Deutschland wird die sichere, verlässliche sowie ökonomische Erdgasversorgung mit zwei Gasarten unterschiedlicher Herkunft seit Jahrzehnten gewährleistet. Dabei wird zwischen Erdgas-L (Low caloric gas) mit einem geringeren Methangehalt und Erdgas-H (High caloric gas) mit einem höheren Methananteil unterschieden. Aufgrund dieser verschiedenen Gaszusammensetzungen werden die beiden Gasarten in getrennten Leitungssystemen bis zum Kunden transportiert. Der kontinuierliche Rückgang der L-Gasaufkommen in Deutschland sowie in den Niederlanden ist der Grund für die notwendige Umstellung des Gasnetzes von Erdgas-L auf Erdgas-H, der sogenannten Marktraumumstellung.

Seit Jahrzehnten werden bereits Millionen von Kunden mit Erdgas-H in Deutschland beliefert. Die hohen nachgewiesenen Reserven erlauben auch in Zukunft eine verlässliche Erdgasversorgung für alle Kunden.

Wer Ansprechpartner vor Ort ist

Um die Versorgung mit Erdgas in den L-Gas-Markträumen aufrecht erhalten zu können, haben alle betroffenen Gasnetzbetreiber in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur einen Ausbauplan für das deutsche Gasnetz entwickelt. Die schrittweise, regionale Umsetzung dieses Netzentwicklungsplans Gas (NEP Gas) erfolgt bereits ab dem Jahr 2015. Weitere Informationen: http://www.fnb-gas.de/de/netzentwicklungsplan/nep-2015/nep-2015.html

Die Westnetz ist daher aufgefordert, für die Gasumstellung in der Region Südwestfalen einen neuen Einspeise-Knotenpunkt im Raum Werdohl, in enger Kooperation mit dem vorgelagerten Netzbetreiber Open Grid Europe (OGE) zu errichten.

Warum Langenholthausens Probleme größer werden

Problem für Langenholthausen und Neuenrade: Derzeit wird die B229 in diesem Bereich erneuert. Die Baustelle bereitet dem Durchgangsverkehr, den Anwohnern sowie dem Autohaus Bichmann und angrenzenden Aral-Tankstelle erhebliche Probleme.

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