BALVE

Warum die Polizei im Hönnetal Augenmerk auf Kradfahrer hat

Kradkontrollen der Polizei im Hönnetal

Kradkontrollen der Polizei im Hönnetal

Foto: mbo

Balve.   Schönes Wetter an den Ostertagen: Dieser Mix dürfte auf Kradfahrer magisch wirken. Die Polizei ist auf den Saisonstart vorbereitet.

Mit dem schönen Wetter startet auch im Hönnetal wieder die Saison der Motorradausflüge. Auf den kurvigen Strecken fahren die Biker besonders gern­ – und sollten sich dabei der stetigen Präsenz der Polizei bewusst sein. Durch Präventionen und Sanktionen wollen die Aufseher die bestürzenden Unfallstatistiken der vergangenen Jahre runterschrauben.

„Das Risiko ist hier aufgrund der vielen schönen Strecken schon immer da gewesen“, erklärt Polizeisprecher Marcel Dilling. Es sei nichts Neues, dass im Hönnetal viele Motorräder unterwegs seien, das sei seit Jahren so. Daher könne man nicht sagen, hier passieren besonders viele Unfälle, betont Dilling.

Der Märkische Kreis mit seinen Strecken lockt die Motorradfahrer quasi an – allein schon die vielen, die aus dem Ruhrgebiet in den Hochsauerlandkreis reisen“, schildert der Polizeisprecher. Vor allem längerfristig gutes Wetter, so Dilling, und Sonntage seien bei vielen Motorradfahrern beliebt. „Dann sind wir natürlich verstärkt auf den Motorradstrecken vertreten.“

Maßnahmen gegen Krad-Unfälle

Dort kommt es häufiger zu Krad-Unfällen – und diese Zahlen stiegen in letzter Zeit: 2017 waren 155 Biker im Märkischen Kreis in Unfälle verwickelt. Dabei gab es drei Tote. Ein Jahr drauf zählte die Polizei bereits vier Tote und 180 an Unfällen beteiligte Fahrer. Eine Prognose für 2019 sei nicht einfach. Dilling: „Man kann schwierig sagen, ob die Zahlen steigen werden. Wir hoffen natürlich, dass sie kleiner werden.“

Dazu hat die Polizei des Märkischen Kreises klare Vorgehensweisen: „Wir unterscheiden zwischen Prävention und repressiven Maßnahmen“, legt der Polizeisprecher dar. Auf der einen Seite stünde das Vorbeugen als wichtige Vorgehensweise: „Wir führen aufklärende Gespräche und veranstalten Motorradgottesdienste“, erklärt er. „Dazu werden beispielsweise einen Tag lang alle Motorradfahrer aus dem Verkehr gewunken. Mit diesen führen wir dann pauschal Gespräche, um bei ihnen das Bewusstsein für die Gefahr zu stärken“. Außerdem bietet die Polizei Fahrsicherheitstrainings an, um folgenschwere Fahrfehler zu vermeiden.

„Trotzdem“, betont Dilling, „gibt es auch die schwarzen Schafe. Nicht alle Motorradfahrer rasen, aber die, die es tun, müssen wir auch erreichen“. Dazu sind Sanktionen und Kontrollen vorgesehen. „Meist erreicht man die nur mit Bargeld“, sagt der Polizeisprecher mit einem Augenzwinkern über die möglichen Geldstrafen.

Die Verstöße liegen vor allem beim Überschreiten der Geschwindigkeit oder bei Lärm-Emissionen. „Manchmal erreichen uns Beschwerden der Anwohner beliebter Strecken, dass gleich die Kaffeetasche vom Tisch fallen würde“, verdeutlicht er die Tragweite des Problems. Durch technische Kontrollen wird geprüft, ob die Biker ihren Auspuff frisiert haben.

Raser leben gefährlich

Die größte Gefahr besteht allerdings für die Raser. „Motorradfahrer fahren nicht viel öfter als Pkw-Fahrer zu schnell. Allerdings fahren sie meistens erheblich zu schnell“, erklärt Marcel Dilling. „Wir kommen in Teufels Küche, wenn wir sagen, jeder Kradfahrer würde rasen. Das Problem ist: Wenn’s knallt, dann meistens richtig“, verdeutlicht er die Erfahrungen der Polizei. „Die Unfälle sind oft vermeidbar und entstehen nur durch Fahrfehler“, erklärt er. „Meistens rasen Unfallfahrer und kriegen die Kurve nicht“.

Um diese Unfälle zu sanktionieren, hat die Polizei viele Möglichkeiten. Neben Kontrollen wie mit Radar und Laser hat sie auch ESO-Messwagen, die in beide Richtungen kontrollieren können. „Dann hat man einen Kradfahrer, der auf dem Hinweg schon mit über hundert Sachen ankommt, und auf dem Rückweg noch schneller ist. Wir haben ihn dann von beiden Seiten geblitzt“. Mit Provida-Maschinen kann die Polizei Fahrer außerdem selbst verfolgen. Die meisten Unfälle und Verstöße gehen von einzelnen oder zwei Fahrern aus – größere Gruppen passen meist stärker aufeinander auf und haben deshalb selten Unfälle.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben