SPARKASSE

Warum die Sparkasse von Fusion erst mal die Nase voll hat

Einmütige Voten: Die Zweckverbandsversammlung ist einverstanden mit dem Kurs der Sparkassen-Chefetage.

Einmütige Voten: Die Zweckverbandsversammlung ist einverstanden mit dem Kurs der Sparkassen-Chefetage.

Foto: Jürgen Overkott

Neuenrade/Balve.   Die Sparkasse kommt gut durch die Niedrigzins-Phase – auch ohne neuen Partner. Was Bank-Chef Kai Hagen dem Zweckverband noch sagte.

Die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis hat weiteren Fusionsgesprächen eine Absage erteilt. Vorstandsvorsitzender Kai Hagen bezog in der Zweckverbandsversammlung am Mittwochabend in Neuenrade klar Position. Zugleich versprach er: „Wir werden eine Sparkasse vor Ort bleiben.“

Die Sparkasse Finnentrop im Kreis Olpe hatte voriges Jahr Interesse an einem Zusammengehen mit dem deutlich größeren kommunalen Geldinstitut im Märkischen Kreis angemeldet. Hagen betonte: „Eine Fusion wäre nicht zu Lasten der Mitarbeiter gegangen.“ Die Verhandlungspartner kamen dennoch nicht zusammen. Hagen sprach von einer „Endlosschleife“. Schließlich beendeten die Märker die Gespräche. Nach Informationen der WP wollte die Sparkasse Finnentrop ein stärkeres Gewicht in der Führung der geplanten Bank haben, als die Märker ihr zugestehen wollten.

Die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis konzentriert sich demnach weiter auf ihr Kerngebiet. Die Bank hat fünf Geschäftsgebiete. Neben Balve sind es Neuenrade, Werdohl und Plettenberg sowie Altena und Nachrodt-Wiblingwerde.

Hagen sagte: „Wir wollen möglichst versuchen in der Fläche zu bleiben.“ Gerade älteren Kunden will die Bank Geldgeschäfte vor Ort ermöglichen.

Zugleich sieht der Vorstandsvorsitzende wachsendes Interesse an Online-Angeboten der Sparkasse. Das Geldinstitut reagiert darauf. Zum 1. Juli wird das Personal im Kunden-Service-Centern, intern KSC gekürzelt, aufgestockt.

In seiner Bilanz für 2018 sprach Hagen von einem „guten Geschäftsjahr“. Der andauernden Niedrigzins-Phase trotzt die Sparkasse mit boomender Baufinanzierung. Dabei spiele Immobilienbesitz zur Sicherung des Ruhestandes eine zunehmende Rolle. Sogenannte Riesterverträge übers Bausparen laufen Hagen zufolge ausgesprochen gut. Die Bausparsumme betrug demnach 38 Millionen Euro. Das sei ein Plus von fünf Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Hagen sprach von einem „Rekordergebnis“. Der Bau-Boom komme inzwischen auch im Märkischen Kreis an, fügte er hinzu. Preise für Grundstücke und Gebäude seien „spürbar gestiegen“.

Hagen sieht die Sparkasse im Markt gut aufgestellt. Die Bundesbank als Aufsichtsbehörde habe dem Institut Bestnoten für den Jahresabschluss gegeben. Das gelte für die Qualität des Kreditangebotes, die Arbeit der Aufsichtsgremien und die mittelfristige Planung der Bank.

Plettenberger Steinhoff rückt auf

Der Sparkassen-Vorstand wurde einstimmig entlastet. Einstimmig fiel auch die Abstimmung über ein neues stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat aus. Matthias Richard Steinhoff von der Stadtverwaltung Plettenberg vertritt den örtlichen Bürgermeister Ulrich Schulte bei Abwesenheit. Steinhoffs Wahl war nötig geworden, weil sein Vorgänger den Wohnort gewechselt hat.

Erfreut nahm der Verwaltungsrat eine weitere Mitteilung zur Kenntnis. Die Vereinigte Sparkasse besteht inzwischen seit 25 Jahren.

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