KÜNTROP

Warum Ex-Weltmeister Michael Spitzer auf Küntrop fliegt

Die Welt mal Kopf stehen lassen. Michael Spitzer ist hier in seinem Element. Auch Beruflich ist eh immer in der Luft. Er ist Pilot bei " Air Hamburg" 

Die Welt mal Kopf stehen lassen. Michael Spitzer ist hier in seinem Element. Auch Beruflich ist eh immer in der Luft. Er ist Pilot bei " Air Hamburg" 

Foto: Michael Spitzer

Küntrop.   Küntrop hat in der Segelflieger einen Spitzenruf. Selbst Ex-Weltmeister Spitzer kommt gern. Am Wochenende ist „Schnuppertag“.

Mit dem milden Frühlingswetter beginnt die Saison der Segelflieger. Am Wochenende sorgt der Verein dafür, dass Flug-Novizen abheben dürfen. Am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Mai, findet ein „Schnupperkurs“ auf dem Gelände – und zwar von 9 bis 20 Uhr. Überdies wird Samstag gegrillt.

Zweifler mögen sich davon überzeugen lassen, dass selbst Luftakrobaten auf Küntrop fliegen. So hat die deutsche Nationalmannschaft der Segelkunstflieger vor kurzem am Flugplatz ihr Trainingslager aufgeschlagen.

Aber warum lockt ausgerechnet der kleine Flugplatz inmitten der sauerländischen Provinz? Der 34-jährige Michael Spitzer von der Nationalmannschaft: „Der Flughafen Küntrop ist ideal für den Segelflug. Früher haben wir am Flugplatz Paderborn-Haxterberg geübt. Da er aber in unmittelbarer Nähe zu Paderborn-Lippstadt liegt, waren wir an die dortigen Flugkorridore gebunden und mussten uns an den dortigen Flugplan anpassen. Hier in Küntrop haben wir das nicht. Zwar liegt über dem Platz die Anflugschneise für Düsseldorf, aber die liegt hier knapp über 4000 Meter. Und die Maschinen, die Dortmund anfliegen, sind weit genug vom Küntroper Luftraum entfernt.“

Gladbecker ist kurzerhand Mitglied geworden

Die Segelflieger wollen nämlich – im Unterschied zu ihren Kollegen mit Düsentrieb – gar nicht so hoch hinaus. Sie begnügen sich mit lediglich 1300 Metern.

Und noch etwas spricht für Küntrop. Der Luftsportverein Sauerland besitzt einen Campingplatz direkt an seinem Vereinsgebäude; die Kunstflieger haben ihn genutzt. „Unsere Zusammenarbeit mit dem Verein ist eh sehr gut, und es herrscht hier immer eine Top-Atmosphäre“, ergänzte Michael Spitzer. Er ist der Truppe um den in Garbeck wohnenden Vorsitzenden Joachim Kneer so verbunden, dass er Mitglied wurde. Der Ex-Weltmeister aus Gladbeck hat einen antiken Segler in Küntrop.

Aber wie schafft man es eigentlich in die Nationalmannschaft? Michael Spitzer: „Zuerst braucht jeder natürlich einen Pilotenschein für Segelflieger.“ Günstig für Jugendliche: Anfänger dürfen bereits mit 14 in die Luft gehen. „Im Anschluss heißt es natürlich: viel üben und den Flugschein zum Kunstflieger machen. Dann heißt es, auf Wettbewerben sich durch gute Leistung in der Rangliste der Kunstflieger nach oben zu arbeiten. Und mit viel Glück wird man dann zum Training der Nationalmannschaft eingeladen und vielleicht Mitglied im Team.“ Michael Spitzer trainiert für einen Wettbewerb an Fronleichnam. Im Anschluss geht’s zur Landesmeisterschaft.

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