BALVER SCHÜTZEN

Warum Freunde für „Keksi“ Rapp so wichtig sind

Christoph „Keksi“ Rapp in seinem Element. Vor kurzem wurde Balves Schützen-Chef 50. Am Samstag feiert er in der Balver Höhle.

Christoph „Keksi“ Rapp in seinem Element. Vor kurzem wurde Balves Schützen-Chef 50. Am Samstag feiert er in der Balver Höhle.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve.  „Keksi“ Rapp, seit kurzem 50, hat Witz. Aber der Vorsitzende der Balver Schützen hat auch eine nachdenkliche Seite. Was ihm Freunde bedeuten.

Christoph Rapp ist 50 Jahre alt geworden. Der Vorsitzende der Balver Schützenbruderschaft St. Sebastian ist aber gemeinhin unter seinem Spitznamen „Keksi“ bekannt. Bekannt ist er auch als Rampensau, die jeden Konter witzig parieren kann. Er kann aber auch sehr nachdenklich sein – etwa beim Vorbereiten seiner Geburtstagsparty.

Beim Treffen mit Heimatministerin Ina Scharrenbach hieß es bei einigen Glückwünschen: „Jetzt hast Du ja die Hälfte geschafft.“ Ist es eine Option für Sie, 100 zu werden?

„Keksi“ Rapp Wenn ich körperlich und geistig fit wäre und meine Freunde auch – dann wäre es eine Option.

Sie haben gerade Freunde erwähnt. Sie sind Ihnen ganz wichtig.

Auf jeden Fall! Ohne Freunde schaffst Du nix, zum Austausch brauchst Du Freunde, aber auch zum Feiern.

Aber eben nicht nur zum Feiern.

Nein, gar nicht. Du brauchst Freunde, auf die Du Dich verlassen kannst, Freunde, die Dir auch mal ehrlich ihre Meinung sagen.

Sie sind in der glücklichen Lage, richtige Freunde zu haben.

Gott sei Dank, ja. Ich habe Freunde, die ich schon lange kenne. Ich habe aber auch Freunde, die durch die Bruderschaft gewonnen habe.

Stammen die ältesten Freunde aus Kindergartentagen?

Das auch. Aber viele Freunde habe ich kennengelernt, als bei Kolping Jugendarbeit gemacht habe, und Messdienerarbeit. Das war für meine Zukunft wichtig.

Sind Sie mit Geschwistern aufgewachsen?

Ja und nein. Ich bin 15 Jahre lang allein, und sagten mir meine Eltern, dass ich noch eine Schwester bekomme. Ich war also 15 Jahre lang Einzelkind. Ganz ehrlich: Beides hatte was. Als Einzelkind wirst Du natürlich mehr betüttelt. Das war schön. Als meine Schwester dann da war, war es anders schön. Ich habe auf meine Schwester aufgepasst. Man hat anders gefeiert. Mein Leben kriegte einen anderen Rhythmus, weil ich meine Schwester dabei war.

Wie versteht Ihr Euch heute?

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Sie hat drei Jungs, und ich bin der Patenonkel der Zwillinge. Aber meine Schwester ist die Kurze, und das wird immer so bleiben.

Bei der Bruderschaft sind Sie als Vorsitzender auch der Große.

Das bist Du aber nur dann, wenn Du ein gutes Team hinter Dir hast. Wir erarbeiten in wichtigen Fragen Entscheidungsvorlagen aus, die wir dem Beirat vorlegen. Das klappt sehr gut. Gut, in manchen Fragen musst alleine eine Entscheidung treffen, und in manchen Fragen nehme ich mir auch das Recht – weil ich die Verantwortung habe. Bei wesentlichen Dingen wird abgestimmt, damit ich die Mehrheit hinter mir habe.

Wenn Sie öffentlich erlebe, denke ich, Sie sind mit einem Witz auf den Lippen geboren worden.

Kann schon sein. Aber mein Vater spielte auch eine wichtige Rolle. Den Witz habe ich auch von ihm.

Mit Witz kann man auch austeilen. Wie gehen Sie mit Kontern um?

Wer austeilt, muss ich einstecken können. Ich bin nicht nachtragend.

Wie feiern Sie?

Ich bin schon froh, dass Herr Laschet 150 Personen erlaubt. Mit 25 oder 50 hätten wir’s lassen können. 150 sind schon okay. Da kommt die Bruderschaft. Und musst Du gucken, wenn nimmst Du dazu, allein wegen der großen Verwandtschaft. Aber wir haben es jetzt geschafft.

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