UMWELT

Warum Garbecker Grundschüler im Unterricht ackern

Garbecks Drittklässler mit ihren gesammelten Kartoffeln

Garbecks Drittklässler mit ihren gesammelten Kartoffeln

Foto: Alexander Lück / WP

Höveringhausen.  Unterricht geht manchmal durch den Magen: Garbecker Grundschüler sammeln in Höveringhausen Kartoffeln. Wer wurde Kartoffelkönigin?

Nike aus Höveringhausen ist neue Kartoffelkönigin der Grundschule Garbeck. Bei bestem Erntewetter machte sich am Mittwochmorgen die dritte Klasse auf den Weg zum Kartoffelacker der Familie Schmoll in Höveringhausen.

Den Kindern Wertschätzung für Lebensmittel vermitteln; zeigen, wo diese herkommen (sie wachsen nicht im Supermarkt). Das sei ein Ziel der Aktion, erzählt Schulleiterin Dorothee Gastreich-Kneer. Deshalb gehen jedes Jahr Grundschüler zur Erntezeit auf den Kartoffelacker der Familie Schmoll. Die Begrüßung und kleine Einführung am Mittwochmorgen übernahm Silvia Schmoll. Sie erklärte, wie im Frühling – meist nach Ostern – die Kartoffelaussaat vonstatten geht. Und dann ab Sommer – je nach Sorte – die Ernte. Silvia Schmoll berichtete auch, wozu man Kartoffeln schließlich verarbeiten kann. „Wusstet Ihr, dass auch in Gummibären Kartoffeln sind? Nämlich als Kartoffelstärke“, erklärte sie den aufmerksamen Zuhörern.

Die Kinder durften selber aktiv werden und suchten den neuen Kartoffelkönig beziehungsweise -königin der Grundschule. Die Aufgabe für die lieben Kleinen: Nachdem Guido Schmoll mit der Erntemaschine, dem sogenannten Kartoffelroder, die Knollen aus der Erde geholt hatte, mussten die Acht- und Neunjährigen so schnell wie möglich einen kleinen Sack füllen -- mit so vielen Kartoffeln wie möglich. Aber vorsichtig: Kartoffeln mit sichtbaren Schäden oder grüne Knollen zählten nicht, sie wurden aussortiert. Sie sind gar nicht oder nur eingeschränkt verkäuflich.

Silvia Schmoll: „Die Kinder können dabei sehen, wie kompliziert die Kartoffelernte ist, weil eben viele per Hand wieder aussortiert werden müssen.“ Das und auch das Wiegen der „Beute“ passierte dann später auf dem Hof der Familie. Es brachte ein deutliches Ergebnis: Die achtjährige Nike aus Höveringhausen konnte über vier Kilo an guten Kartoffeln sammeln. Damit war ihr der Sieg nicht zu nehmen; sie ist neue Kartoffelkönigin der Garbecker Grundschule.

Nike hat nicht nur schnell, sondern auch gründlich gesammelt. „Ich bin eben gut darin“, war ihre einfach wie einleuchtende Erklärung.

Auch ihre Mitschüler können sich freuen. Jeder durfte das selbst gesammelte Säckchen mit der festkochenden Sorte Belana mit nach Hause nehmen. „Vielleicht können wir ja ein paar Familien auf den Geschmack bringen, dass unsere Kartoffeln leckerer sind als die aus dem Supermarkt“, lacht Silvia Schmoll.

Experimente und Anpflanzung

Was man damit machen kann? Da wussten die Kinder viel zu berichten: Nicht nur die obligatorischen Pommes und Chips, auch Kartoffelsuppe oder Auflauf erwiesen sich in der kleinen WP-Umfrage als beliebte Gerichte in den Familien der Drittklässler. Zusammen mit Lehrerin Christiane Höfer werden sie das Thema Kartoffeln weiter beleuchten, mit Experimenten und einer kleinen Anpflanzung.

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