HÖVERINGHAUSEN

Warum Heilpraktikerin auf sanften Druck setzt

Yvonne Severin ist Heilpraktikerin (mit Knochengerüst Anton)

Yvonne Severin ist Heilpraktikerin (mit Knochengerüst Anton)

Foto: Jürgen Overkott / WP

Höveringhausen.  Yvonne Severin ist Heilpraktikerin. Die 41-Jährige aus Höveringhausen setzt auf Schmerztherapie. Tipps hat sie auch fürs Schützenfest.

Heilpraktikerin Yvonne Severin (41) ist auf die Behandlung von Schmerzen spezialisiert. Wie kam sie dahin, wie arbeitet sie? Ein Gespräch.

Ich sehe vor Ihrer Tür die Fahnen der Garbecker Schützenbruderschaft. Für manchen Teilnehmer endet das Schützenfest mit Schmerzen – mit Kopfschmerzen. Wie kann man vorbeugen?

Yvonne Severin (lacht) Ja, nicht zu viel Alkohol, gute Ernährung und morgens lieber ein Glas frisch gepressten Orangensaft statt Kaffee. Damit tut man sich etwas Gutes. Und natürlich gilt: nicht so tief ins Glas schauen.

Jetzt ernsthaft: Schmerztherapie ist ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit. Warum?

Wir bewegen uns heutzutage zu wenig oder falsch. Das hat mit unserer modernen Lebensweise zu tun – wenn man bedenkt, wie lange man heutzutage am Schreibtisch oder im Auto sitzt. Das gehört oft zum Job. Man benutzt seinen Bewegungsapparat oft nicht mehr in vollem Umfang. Durch zu wenig Bewegung kann es zu Schmerzen kommen, weil sich die Muskulatur verkrampft. Verkrampfte Muskulatur kann Druck auf die Gelenke ausüben. Durch den Druck kann es zu Abrieb von Knorpeln kommen. Zuerst sendet der Körper einen Warnschmerz, damit der Druck aufhört. Der Körper will uns vor einer Schädigung bewahren. Ich gehe mit meiner Therapie an die verkrampfte Muskulatur und löse den Druck auf. Der Schmerz hört auf, und die Gefahr einer Schädigung ist gebannt oder verringert.

Sie behandeln nicht das Symptom – Sie behandeln die Ursache. Arbeiten Sie vorwiegend manuell, oder setzen Sie auch Medikamente ein?

Ich arbeite manuell. Ich arbeite aber auch unterstützend. Ich gucke auch darauf, wie sich ein Patient ernährt. Falsche Ernährung und Stress führen zu Übersäuerung.

Das Ergebnis sind Magen-Darm-Probleme.

Das passiert auch. Übersäuerung kann aber auch muskuläre Schmerzen verstärken. Ich würde unterstützend arbeiten, durch Entsäuerung oder homöopathische Mittel. Es gibt auch die Möglichkeit, mit Taping zu arbeiten, mit Neuraltherapie.

Neuraltherapie hat mit dem Nervensystem zu tun.

Man kann den gereizten Nerv mit einer Injektion beeinflussen, da wo viele Rezeptoren sitzen. Man kann die Schmerzleitung unterbrechen. Das ist dann wie ein Kaltstart beim Computer, runterfahren und neu starten.

Bei Schmerz-Patienten denke ich eher an Ältere. Liege ich da richtig?

Auch jüngere Menschen können Probleme haben. Es gibt auch 30-Jährige mit chronischen Schmerzen. Es gibt Leute, die sich im Fitnessstudio überfordern. Dann gibt es Probleme mit dem Muskeltonus. Es gibt umgekehrt 70-Jährige, die topfit sind, weil sie sich richtig bewegen.

Wie gehen Sie vor?

Wenn ein Muskelschmerz vorliegt, würde ich nicht weiter kräftigen. Ich würde eher dahin gehen, die Muskulatur zu entspannen, zu lockern, zu dehnen. Wenn das Problem beseitigt ist, kann man auch wieder in die Kräftigung gehen.

Was ist an Bewegung ratsam?

Bei der klassischen Schulmedizin ist es oft so: Ich gehe zum Arzt, er verschreibt mir ein Mittel, ich gehe nach Hause, nehme es ein, Problem gelöst. Ich finde, wir müssen umdenken. Ich unterstütze die Heilung durch Übungen. Ich gebe dem Patienten einen Plan für Übungen mit, die er zuhause umsetzen kann. Das sind kleine Übungen, die weniger als zehn Minuten dauern, aber eine dauerhafte Wirkung zur Schmerzverringerung haben.

Warum haben Sie sich entschlossen, Heilpraktikerin zu werden?

Mich hat das Thema Gesundheit immer interessiert, und ich habe gemerkt, dass ich ein Auge für Probleme habe. Ich habe mich bei der Schulmedizin gewundert, dass ich für einen Husten sieben verschiedene Mittel bekommen habe, auch Antibiotika. Und ich wollte, auch für meine Kinder, eine Behandlung mit sanfteren Mitteln. Es sollte nicht immer die Chemie-Keule sein. Außerdem besteht bei längerem Medikamenten-Gebrauch das Problem, dass der Darm belastet wird.

Haben Sie den Speiseplan der Familie umgebaut?

Gute Ernährung war mir immer wichtig. Bei uns gibt es regionale Zutaten, und bei uns wird frisch gekocht.

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