BALVE

Warum „Hönnetal im Wandel“ regionale Wildblumen sät

Balve,  Am Kreuzkamp: Sabine Biehs-Romann von „Hönnetal im Wandel“ wirbt für Blühstreifen und Wildblumenwiesen.

Balve,  Am Kreuzkamp: Sabine Biehs-Romann von „Hönnetal im Wandel“ wirbt für Blühstreifen und Wildblumenwiesen.

Foto: Jürgen Overkott

Balve.   Mehr Blühstreifen: „Hönnetal im Wandel“macht sich für Insekten stark. Ein Info-Abend zeigt Unterschiede zwischen guten Wiesen, schlechten Wiesen.

Biene Maja & Co. fliegen immer seltener über heimische Wiesen. Laut Umwelt-Verband Nabu sind in Deutschland binnen eines Vierteljahrhunderts rund 75 Prozent der Insekten verschwunden. Der Verein „Hönnetal im Wandel“ unternimmt etwas dagegen. Er hat im Stadtgebiet Blühstreifen angelegt. Doch bei Blumen-Saaten gilt: gute Wiesen, schlechte Wiesen.

Ortstermin am Donnerstagvormittag am Kreuzkamp, Ecke Garbecker Kirchweg. Endlich verdient der Frühling seinen Namen wieder. Die Sonne lacht bei fast 20 Grad.

Sabine Biehs-Romann von „Hönnetal im Wandel“ zeigt auf die blühende Pracht in Weiß, Violett und Gelb, direkt im Kurvenbereich, für Bürger erkennbar markiert mit Schild.

„Wir haben eine regionale Mischung genommen“, betont sie. Saatgut-Hersteller haben Deutschland in Regionen aufgeteilt. Denn: Deutschland weist zwischen Flensburg und Füssen unterschiedliche Klimazonen aus. Das gilt für Niederschlag und Sonne, Temperatur und Wind. Die Mischung für Balve heißt – etwas irritierend – „Rheinisches Bergland“. Sie umfasst Mittelgebirgslandschaften zwischen Hunsrück und Sauerland mit Wald und schmalen Bachtälern, Feuchtwiesen und Magerweiden.

Hersteller wie Saaten Zeller sammeln seit 2009 „in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden auf historisch alten Graslandbeständen hoher Wertigkeit Wildpflanzensaatgut zur Vermehrung als Regiosaatgut“.

Während Sabine Biehs-Romann erklärt, warum der Blühstreifen heimische Arten von Biene und Wildbiene bestens mit Nektar und Pollen versorgt, kommt UWG-Ratsherr Heinrich Stüeken vorbei. Er ist als leidenschaftlicher Umweltschützer und ehrenamtlicher Landschaftswächter bekannt.

Nach seiner Ansicht sind landwirtschaftliche Blühstreifen „Etikettenschwindel“. Sie seien für Bienen geeignet; Wildbienen indes profitierten nicht davon. Obendrein seien die Blühstreifen nur für die Dauer eines Sommers angelegt. Das bestätigt die Branchenseite „www.agrarheute.com“. Demnach ist ein Umbruch möglich – „in der Regel erst im Herbst“.

Digitale Unterstützung

Am Dienstag, 4. Juni, lädt Hönnetal im Wandel unter dem Titel „Balve blüht und summt – wir machen weiter“ zu einem Info-Abend ein. Fragen beantworten Imker René Vormweg und Heinrich Stüeken. Es bleibt nicht nur bei grauer Theorie. Besucher der Veranstaltung können an dem Abend auch eine vom Nabu zusammengestellte regionale Wildblumenmischung kaufen.

Wer am 4. Juni keine Zeit, wohl aber Interesse hat, kann sich digitale Unterstützung holen. Es gibt eine Whatsapp-Gruppe „Wildbienenschutz in Balve“. Sie wird von zwei Fachfrauen betrieben.

>> INFO

Balve treibt’s bunt – mit etlichen Wildblumenwiesen.

„Hönnetal im Wandel“ durfte auf städtischem Boden am Kreuzkamp einen Blühsaum als Vorzeigeobjekt anzulegen. Auch am neuen Netto blühen Wildpflanzen. Die Stadtfläche rund ums Mammut an der Luisenhütte blüht auf. Aktiv auch sind Grundschulen, Kindergärten und Kitas. Familie Cordes hat auf städtischer Fläche am Thing Wildblumen gesät, Firma Bültmann in Küntrop auf eigenem Grund.

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