TOURISMUS

Wie Eisborns Hotel zur Post der Corona-Krise trotzt

Das Hotel zur Post in Eisborn trotzt der Corona-Krise. Die zufrieden stellende Sommerbilanz des Hauses ist aber ein Ausreißer. Der Landesbetrieb IT NRW hat für die Branche keine guten Zahlen.

Das Hotel zur Post in Eisborn trotzt der Corona-Krise. Die zufrieden stellende Sommerbilanz des Hauses ist aber ein Ausreißer. Der Landesbetrieb IT NRW hat für die Branche keine guten Zahlen.

Foto: Nele Gimbel / WP

Balve.  Schwarze Wolken hängen über dem Hönnetal-Tourismus. Nur in Eisborn gibt es einen Lichtblick.

Die Corona-Krise setzt den lokalen Gästehäusern trotz steigender Übernachtungszahlen stark zu. Gegen den Trend hat allerdings das Hotel zur Post in Eisborn mit weniger Einbußen zu kämpfen. Alle Beherbergungsbetriebe leiden allerdings darunter, dass Gäste aus den Niederlanden ausbleiben. Was momentan besonders schade ist. Denn in den Niederlanden haben in dieser Woche die Herbstferien begonnen.

Das Landesbetrieb Statistik IT NRW meldet einen Rückgang der Übernachtungen von Gästen zwischen Januar und August von 35,4 Prozent. Bei ausländischen Gästen ging der Wert nur um 7,5 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kamen in Balve 49,4 Prozent weniger Urlauber an.

Das Hotel zur Post konnte dennoch einigen ausländischen Reisenden eine schöne Zeit im Sauerland bieten. Gerade die Nachbarn aus den Niederlanden haben im Sommer nach nahen Urlaubszielen Ausschau gehalten. Das hat sich inzwischen geändert, wie Rouven Soyka vom Verein Sauerland Tourismus in Winterberg erklärt. Gäste aus Holland müssen einen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Doch die Gesundheitsämter im Nachbarland sind überlastet.

Dennoch gibt es auch gute Nachrichten: Laut der Statistik haben sich die Reisenden dafür länger als üblich in den Unterkünften im Hönnetal aufgehalten. Statt wie bisher 2,3 Tage blieben die Urlauber im Schnitt 2,9 Tage. Gäste aus dem Ausland haben sich noch länger im Hönnetal aufgehalten. Sie blieben im Schnitt 9,4 Tage.

Als härtester Monat für das heimische Beherbergungsgewerbe erwies sich der April, wie der Sauerland-Tourismus vorrechnet. In diesen Monat fiel der Lockdown. Die Zahl der Ankünfte inländischer Gäste brach im Sauerland um mehr als 90 Prozent ein, bei Gästen aus dem Ausland um mehr als 70 Prozent. Der Corona-Knick spiegelt sich auch in der Zahl der Übernachtungen. Bei inländischen Gästen lag der Einbruch bei 80 Prozent, bei ausländischen Gästen bei mehr als 40 Prozent. Immerhin: Nach dem Knick hatten in Balve im August laut IT NRW zehn wieder zehn von elf Betrieben ihre Türen geöffnet.

Hotel zur Post trotzt negativem Trend

Eine Umfrage der WP hat ergeben: Mancher Betrieb mag gar nicht mehr über schlechte Geschäftsergebnisse sprechen. Doch nicht alle heimischen Betriebe ziehen ein negatives Fazit. Das Hotel zur Post in Eisborn hat bessere Erfahrungen als offenbar viele Mitbewerber gemacht. „Wir konnten ungefähr gleich viele Gäste wie im vorherigen Jahr beherbergen. Durch die Erlassung von Stornogebühren haben wir den Besuchern eine Art Flexibilität ermöglicht. Die meisten haben situativ gehandelt und den Urlaub spontan verlängert oder abgesagt. Der Erlass der Gebühren hat meistens dazu geführt, dass viele an einem anderen Zeitpunkt gekommen sind. Unser Team hat zusammengehalten und trotz der Situation hoch motiviert gearbeitet“, erzählt Johanna Dornsiepen vom Hotel zur Post. Auch der Gastronomiebetrieb im Sommer habe dem Eisborner Traditionsbetrieb ordentliche Einnahmen beschert. Das Team habe sich trotz der Corona-Krise nicht verkleinert. Kein Mitarbeiter habe sich überarbeiten müssen, „und wir haben mit unserer Dienstleistungsbereitschaft auch vollere Tage gemeistert“.

Durch den erneuten Anstieg von Infektionszahlen müssen die Hotelbetreiber wieder mit mehr Stornierungen umgehen. Johanna Dornsiepen indes bleibt optimistisch: „Gerade Familienfeiern wurden abgesagt, aber auch diese werden früher oder später wiederkommen.“

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