BALVE

Wie evangelischer Gemeinde Vorzeigeprojekt gelingt

Öffentliche Sitzung des Presbyteriums war im Kirchenkreis Iserlohn eine Premiere.

Öffentliche Sitzung des Presbyteriums war im Kirchenkreis Iserlohn eine Premiere.

Foto: Sven Paul

Balve.   Das Presbyterium tagt öffentlich. Das hat es noch nie gegeben, in Balve nicht und nicht im ganzen Kirchenkreis Iserlohn. Was ist passiert?

Was, bitte, macht ein Presbyterium? Das fragt sich nicht nur mancher Katholik im Stadtgebiet – selbst gläubige Protestanten wissen oft mit dem Begriff nichts anzufangen. Die evangelische Gemeinde Balve ging jetzt in die Offensive. Sie lud Interesse zu einer öffentlichen Sitzung des Selbstverwaltungsgremiums der Gemeinde. Pfarrerin Antje Kastens war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Blick auf Gottesdienste

Tatsächlich gibt es allein in der evangelischen Kirche Deutschlands unterschiedliche Begriffe für die Gemeindeleitung. Was andernorts Ältestenkreis, Kirchenvorstand, Gemeindekirchenrat oder Kirchengemeinderat heißt, nennt sich in der evangelischen Kirche von Westfalen Presbyterium. Das Wort stammt aus dem Griechischen und Lateinischen. Es bedeutet Rat der Ältesten.

Etliche Interessenten kamen zur öffentlichen Sitzung des Gremiums im Gemeindehaus an der Hönnetalstraße. Zu den öffentlichen Themen zählten „Gemeindeentwicklung und Gemeindeleben“. Es gab einen Rückblick auf die Kinderbibelwoche – und einen aufmerksamen Blick auf Gottesdienste. Viel Aufmerksamkeit erfuhr auch der Kindergarten „Arche Noah“ mit Blick auf Ausbildung neuer Fachkräfte.

Zur Nachahmung empfohlen

Pfarrerin Antje Kastens will der Gemeindeversammlung am 17. November noch einmal die Ergebnisse vorstellen.

Dabei spielen zwei Erfolgserlebnisse eine große Rolle. Erfolgserlebnis Nr. 1: „Es haben sich drei Gemeindemitglieder nach der Sitzung bei mir gemeldet, die konkretes Interesse daran haben, für das Presbyterium im März 2020 zu kandidieren“, sagte Pfarrerin Kastens der WP. Sie selbst wäre schon dann zufrieden gewesen, wenn sich bloße Interessenten gemeldet hätten.

Zugleich sah Pfarrerin Kastens das Konzept von mehr Transparenz im Gemeindeleben bestätigt. Es soll fortgesetzt werden. Pfarrerin Kastens: „Das ist unser Stück Basis-Demokratie.“

Das Echo auf die Presbyteriumssitzung war so gut, dass die Nachricht blitzschnell bis zum Kirchenkreis Iserlohn vordrang. Das Angebot in Balve, so hieß es, sei neuartig und so gut, dass es anderen Gemeinden zur Nachahmung empfohlen wird.

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