BÜROKRATIE

Wie schwer es sein kann, an einen neuen Reisepass zu kommen

Peter Harte tourt bald mit dem Jugendjazzorchester NRW

Peter Harte tourt bald mit dem Jugendjazzorchester NRW

Foto: PETER SCHULTE

Balve.   Tontechniker Peter Harte wohnt seit zwei Jahren in Eisborn. Jetzt brauchte er einen neuen Reisepass. Gar nicht so leicht.

Der Ton macht die Musik. Wer wüsste das besser als Peter Harte? Der Eisborner ist Tontechniker. Demnächst ist er mit dem Jugendjazzorchester NRW unterwegs in den USA. Damit beginnt seine Geschichte, die – aus seiner Wahrnehmung – mit manchem Misston verbunden war. Worum ging’s?

Peter Harte war, so erzählt es seine Partnerin Bettina Lüecke, vor Tagen beim Bürgerbüro, um einen neuen Reisepass zu beantragen. Er ist seit zwei Jahren in Balve gemeldet und glaubte, für seinen Antrag reiche sein gültiger Personalausweis.

Geburtsurkunde muss her

Denkste. Das Bürgerbüro beschied den Antragsteller, der Personalausweis reiche nicht, es müsse seine Geburtsurkunde her.

Harte organisierte zwischenzeitlich seine Geburtsurkunde aus dem münsterländischen Lengerich. Der neue Pass ist in Arbeit.

Kopfschütteln

Ende gut, alles gut? „Interessant war allerdings die kopfschüttelnd gemachte Einschätzung des dortigen Standesbeamten: Es gebe keinerlei rechtliche Handhabe, mit der die Behörde einen Bürger dazu zwingen könne, zur Ausstellung eines Reisepasses eine Geburtsurkunde vorzulegen, zumindest, wenn sich dieser Bürger im Besitz von Ausweisdokumenten befindet (was hier eindeutig der Fall war).

Die einzig für ihn überhaupt vorstellbare Funktion der Geburtsurkunde beim Beantragen eines neuen Reispasses wäre vielleicht die Feststellung der richtigen Schreibweise des Namens (so ganz viel Spielraum bieten hier allerdings, aus meiner Sicht, weder der Vorname ,Peter’ noch der Nachname ,Harte’, aber vielleicht bin ich da nicht ausreichend fantasiebegabt...)?“

Die richtige Schreibweise des Namens

Aber was sagt die Stadt Balve dazu? Dazu Ordnungsamtschef Markus Kauke: „Antragsteller für Ausweise und Pässe müssen grundsätzlich ihre Identität nachweisen. Dies geschieht in der Regel durch Vorlage eines (gültigen) Ausweisdokumentes.“ Bei der Beantragung amtlicher Papiere müsse unter anderem die richtige Schreibweise der Namen überprüft werden. „Dabei reicht die Vorlage eines Ausweisdokumentes unter Umständen nicht aus.“ Das gelte gerade für „Erstausstellung von Ausweisen und Pässen zum Beispiel bei Neubürgern“.

In ungemütlichen Situationen hilft oft Humor. Peter Harte hat ihn.

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