BALVE

Wofür donnernder Applaus den Musikverein Balve belohnt

Solistin Chiara Heinzel (stehend) am Saxofon

Solistin Chiara Heinzel (stehend) am Saxofon

Foto: Alexander Lück

Balve.   Der Musikverein Balve stößt mächtig ins Horn. Und das Jugendorchester auch. Was kommt in der Realschule am besten an?

Donnernder Applaus für den Musikverein Balve: Beim Frühlingskonzert zogen die Musiker quasi alle Register und bestätigten eindrucksvoll die Einschätzung des Moderators. „Das ist so viel mehr als nur Uff-ta-ta“, hatte Meinolf Preuß-König am Samstagabend in seinen einleitenden Worten versprochen. Dabei war’s in der ausverkauften Realschul-Aula ein offenes Geheimnis.

Der militärische Ursprung

Die meisten Besucher wussten, was sie erwarten würde bei diesem ebenso traditionellen (wie beliebten) Konzerttermin im Wonnemonat: wunderschöne, kraftvolle, in anderen Momenten aber auch hauchzarte symphonische Blasmusik. Sie hat ihre Ursprünge natürlich oftmals in der (militärischen) Marschmusik – und will das auch nicht verleugnen. Auch davon gab es am Samstagabend mehrere Kostproben. Mit dem „Florentiner Marsch“ zum Beispiel, der das frühlingshafte Erblühen der Natur draußen auch musikalisch ganz prächtig umsetzte.

Aufgrund seiner rhythmischen wie melodischen Lebendigkeit animierte das Stück Moderator Preuß-König aber auch zu einer Frage: „Kann man dazu wirklich gut marschieren? Am Montagmorgen, am dritten Tag unseres Balver Schützenfestes, stelle ich mir das zu diesen Marsch schon etwas schwierig vor.“ Einstweilen konnte diese Frage nicht beantwortet werden.

Der Moderator

Meinolf Preuß-König jedenfalls sorgte, gerne im Austausch mit Dirigent Christoph Goeke oder anderen Akteuren des Musikvereins, für unterhaltsame Verknüpfungen der einzelnen Kompositionen. Zu einem anderen Marsch – „Ins neue Leben“ von Josef Suk – wusste Preuß-König, dass dieses Werk mal die Goldmedaille bei einem Komponistenwettbewerb gewonnen hat. Ziemlich passend also, dass das Stück mit Siegesfanfaren der Blechbläser losging und auch danach voller Energie und zielstrebig nach vorne drängte. Ein echter Sieger halt.

Ausführliche Informationen zu den vorgetragenen Werken lieferte auch das liebevoll gestaltete Programmheft, in dem das Eröffnungsstück – die Schicksalssinfonie von Beethoven – mit genau den Worten eingeleitet wurde, die fast jeden diese Musik sofort erkennen lässt: „Tatataaa...“ Die Zugabe hatte man übrigens ganz selbstbewusst auch schon in dieses Heft abgedruckt. Bis es soweit war, standen aber zunächst gute zwei Stunden musikalischer Hörgenuss in der Realschul-Aula.

Der Nachwuchs

Das Jugendorchester vom Musikverein zeigte, was der Nachwuchs drauf hat. Meinolf Preuß-König fragte bei den jungen Musikern mal genauer nach: wann sie mit dem Verein proben (einmal in der Woche) beziehungs ob sie das auch zuhause noch fleißig machen (natürlich). Der 13-jährige Jakob Ostmann berichtete, er sei gerade erst, am Tag des Konzertes, zur Firmung gegangen. Beim Konzert des Musikvereins trotzdem aktiv dabei zu sein, sei ihm eine Selbstverständlichkeit.

Die 25 Jugendlichen (ebenfalls geleitet von Christoph Goeke) spielten nicht nur die weltbekannte „Ode an die Freude“, sondern auch ein Medley nicht minder bekannter Melodien der Pop- und Rock-Legenden Queen. Die Schwierigkeiten von Queens waghalsigen Tempowechseln meisterte der Nachwuchs ganz ausgezeichnet. Die pathetischen Melodien und mächtigen Klangwände der Band wiederum sind für ein symphonisches Blasorchester ja sowieso wie geschaffen.

Die Pop-Hits

Zeigten dann später auch die „Großen“ des Musikvereins, also sie weitere Hits der Gruppe um Freddy Mercury mit solchen von Phil Collins zusammenbrachten. Meinolf Preuß-König hatte die Zuhörer animiert, sich dabei mal im Lieder- und Melodieerkennen zu versuchen. Also dann: „It’s a kind of magic“, ebenso mitreißend wie das nach vorne stampfende „Another one bites the dust“. Die Melodie von „Radio Gaga“ strebte gen Himmel, „That’s all“ hingegen tanzte leichtfüßig über den Boden. So viele Klangfarben, so viel Kraft, so viel stimmungsvolles Einfühlungsvermögen. Den donnernden Applaus hatten sich natürlich alle verdient. Eine Sondererwähnung bleibt noch für Chiara Heinzel, die nach ihrem geglückten und begeisternden Soloauftritt am Saxofon bei „Saxpack“ (eine wilde, musikalische Verfolgungsjagd mit kriminalistischem Hintergrund, WP berichtete) einfach nur strahlte. Und die anderen Musiker und Publikum mit ihr.

Einem weiteren Satz von Moderator Meinolf Preuß-König ist weder zu widersprechen noch etwas hinzuzufügen: „Das ist Kultur!“

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