Hochschule

21-Jähriger ist der jüngste Doktorand der Ruhr-Uni Bochum

Frederic Stodt ist nun wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RUB und schreibt seine Doktorarbeit.

Frederic Stodt ist nun wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RUB und schreibt seine Doktorarbeit.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Mit 16 Abitur, mit 21 Jura-Promovend: Frederic Stodt ist der jüngste Doktorand an der Ruhr Universität Bochum. Das sind seine Zukunftspläne.

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Mit 16 Jahren hat Frederic Stodt sein Abitur in Castrop-Rauxel gemacht, weil er in der Grundschule zwei Klassen überspringen konnte. Das erste juristische Staatsexamen hat er schon mit 21 Jahren in der Tasche. Jetzt ist er der jüngste Promotionsstudent an der Ruhr Universität Bochum.

Dass Frederic Stodt hauptsächlich mit älteren Studierenden zu tun hat, ist für ihn mittlerweile normal. Erste Erfahrungen hat er schon in der ersten Klasse gesammelt. „Dadurch, dass ich zwei Klassen übersprungen habe, war ich in meiner Schulzeit bereits viel mit Älteren zusammen. Einige meiner damals neuen Klassenkameraden kannte ich vorher schon durch meine ältere Schwester“, erzählt Stodt. Das Lernen sei ihm in der Schule immer leicht gefallen.

Keine Partys und viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln

In der 12. Klasse hat er sich – wie seine älteren Klassenkameraden auch – mit möglichen Studiengängen auseinandergesetzt. „Jura hat mich besonders interessiert. Ich habe nach der Schule einfach mit dem Studium angefangen“, berichtet er. Das Fach gefiel ihm auf Anhieb. Die größte Umstellung war für Frederic Stodt im Studium, kontinuierlich lernen zu müssen, um alle Prüfungen zu bestehen. „In der Uni war es anders als in der Schule und ich musste sehr viel lernen“.

Trotz des Altersunterschieds fand er schnell gute Freunde. „Ich konnte zwar nicht mit auf die Semesterstart-Partys gehen, aber das war in Ordnung. Ich gehe sowieso nicht so gerne feiern“, erzählt Frederic Stodt. Anfangs sei es auch nicht aufgefallen, dass er jünger als seine Kommilitonen ist. Bei einer Vorstellungsrunde habe er sein Alter genannt. „Da kamen anfangs viele Fragen, aber die Reaktionen waren alle positiv“, erinnert er sich zurück. Der 21-Jährige habe es aber nie als problematisch empfunden, als Minderjähriger zu studieren. Der einzige Nachteil: „Es war etwas schwierig, dass ich nicht mit dem Auto fahren konnte.“ Er fuhr so am Anfang seines Studiums jeden Tag zwei Stunden von Castrop-Rauxel nach Bochum.

Stammzellenspende nach den Examensprüfungen

Während der Vorbereitung auf sein Staatsexamen im Frühjahr 2019 unterzog er sich zusätzlich Voruntersuchungen für eine Stammzellenspenden. „Für mich war es sofort klar, dass ich es machen werde.“ Fünf Tage nach seiner letzten Prüfung spendete Stodt für einen irischen Jungen, der an Knochenkrebs erkrankte und als sein genetischer Zwilling identifiziert worden ist, die lebensrettenden Stammzellen. „Hoffentlich hat es geklappt“, sagt er. In den ersten zwei Jahren nach der Spende dürfen sich der Spender und Patient nicht kennenlernen.

Im kommenden Wintersemester wird Frederic Stodt das erste Mal als wissenschaftlicher Mitarbeiter vor einem kleinen Kurs stehen. In einer Arbeitsgemeinschaft wird er mit Studierenden die Fallbearbeitung üben. „Ich bin ein bisschen nervös. Da ich gerade erst mein erstes Staatsexamen gemacht habe, fühle ich mich noch eher wie ein Student.“ In welchem Bereich er später als Jurist arbeiten möchte, weiß er noch nicht. Er freue sich aber auf seine Promotion und das Referendariat.

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