Spielplatz

Anwohner können ihren Spielplatz selbst mitgestalten

Beim Ortstermin auf dem Spielplatz „Sonnige Höhe“ in Langendreer kamen viele Idee zusammen, wie die Fläche aufgewertet werden kann.

Beim Ortstermin auf dem Spielplatz „Sonnige Höhe“ in Langendreer kamen viele Idee zusammen, wie die Fläche aufgewertet werden kann.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.   Der Spielplatz „Sonnige Höhe“ in Langendreer soll wieder Spaß machen und aufgepeppt werden. Dafür holt sich die Stadt Ideen aus der Nachbarschaft

Früher einmal war hier viel los. Da war der Spielplatz „Sonnige Höhe“ in Langendreer Treffpunkt für alle Nachbarskinder. Manchmal kamen bis zu 30 Kinder her, um gemeinsam Fußball zu spielen – so erzählen es zumindest die Anwohner. Heute ist der Spielplatz leer.

Ein Bolzplatz ohne Tore

Das kann an den sommerlichen 35 Grad liegen oder einfach daran, dass der Platz nicht mehr attraktiv genug für die Kleinen ist. Auf dem Bolzplatz fehlen die Tore. Und auch die Schaukel hat schon bessere Tage gesehen, kein Wunder nach dreißig Jahren an Ort und Stelle. „Mein Mann hat hier früher schon gespielt, da hat hier der Bär gesteppt“, sagt Anwohnerin Jana König, die Mutter einer Vierjährigen ist. Jetzt ist hier viel weniger los.

Ideen auf einen Zettel schreiben und ab damit an die Wand

„Das soll sich nun ändern: Holger Pascheka vom Grünflächenamt ist gemeinsam mit Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) und seinen Kollegen der Spielleitplanung gekommen, um sich ein Bild vom Zustand des Spielplatzes zu machen und die Anwohner in die Neugestaltung mit einzubeziehen. Bei einer Brainstorming-Runde darf jeder seine Ideen auf einen Zettel schreiben und an eine Tafel heften.

Seilbahn? Karussell? Nicht zu machen

„Eine Seilbahn wäre toll! Das steht auch schon da“, sagt die achtjährige Lena Landmann und deutet auf einen Zettel. Doch nur weil es auf der Tafel steht, heißt das noch lange nicht, dass es auch umgesetzt werden kann. Die Anwohner merken nämlich schnell: Spielgeräte sind teuer und brauchen Platz. „Für eine Seilbahn brauchen wir außerdem ein Gefälle“, so Pascheka, der die Anregungen der Nachbarn aufmerksam notiert und kommentiert. Mit einem Budget von 60.500 Euro fällt auch der Vorschlag eines Karussells weg. Die Wunschliste der Eltern ist da schon etwas realistischer: Mehr Sitzmöglichkeiten und Schatten sollen es sein.

Kletteranlage für Groß und Klein

„Wir versuchen Kinder und Jugendliche wieder nach draußen zu bekommen“, sagt Christoph Bachstein vom Jugendamt, der gemeinsam mit Holger Pascheka, Andrea Busche und Sabrina Schmitt, Projektleiterin der „Spielplatzpaten“, zur Bürgerbeteiligung geladen hat. „Ich finde eine Kletterkombi, die sich an Klein und Groß richtet, toll. So können kleine mit größeren Kindern zusammenspielen“, schlägt Bachstein vor und denkt dabei sicherlich an seine eigene Tochter. Damit trifft er den Nerv der anwesenden Eltern und Kinder – eine neue Kletteranlage für etwa 15.000 Euro soll schon bald den Spielplatz an der sonnigen Höhe aufwerten.

Der Kleinkinderbereich kann bleiben

Nach etwa einer Stunde Brainstorming einigen sich die Anwohner außerdem auf eine Rasenfläche bei den Tischtennisplatten, eine neue Ausrichtung der Rutsche und zwei neue Schaukeln, darunter auch eine Nestschaukel. Der Kleinkinderbereich darf noch bleiben. „Der ist noch in Ordnung und würde neu 6000 Euro kosten“, erklärt Holger Pascheka.

Nachbarn und Kinder können es kaum erwarten: „Ich finde es toll, dass wir mitreden können“, sagt Jana König. Schon nächstes Jahr könnte der neue Spielplatz fertig sein. „Dann bekommt meine Tochter das sogar noch mit!“

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