Auszeichnung

Beim Youlius-Award werden die besten Youtube-Clips prämiert

Andreas Ebbert-Karroum organisiert die Preisverleihung in den Kammerspielen.

Andreas Ebbert-Karroum organisiert die Preisverleihung in den Kammerspielen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum.  Preisverleihung findet erstmals in den Bochumer Kammerspielen statt. Hobby-Filmer verwenden oft viel Fleiß auf ihre Clips – für ein paar Klicks.

Weit über 100 Stunden an Videomaterial werden weltweit bei Youtube hochgeladen – nicht pro Tag, sondern pro Minute. Damit entfallen geschätzte zehn Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet auf das populäre Videoportal mit Sitz in Kalifornien. Die Mengen an Clips und kleiner Filme, die dabei entstehen, sind gigantisch, doch die allermeisten von ihnen versanden zumeist komplett ungesehen irgendwo im Daten-Nirvana.

Eigentlich schade, findet Andreas Ebbert-Karroum: Der Bochumer IT-Berater ist begeisterter Hobby-Filmer und hat auf seinem eigenen kleinen Youtube-Kanal schon so manchen Clip gepostet. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten gründete er vor knapp fünf Jahren einen gemeinnützigen Verein zur Förderung der Webvideokultur, der sich regelmäßig im Essener Unperfekthaus trifft. Hier entstand auch die Idee, einen Preis für besonders kreative Youtube-Beiträge auszuloben, den Youlius-Award. „Wir dachten, wie schön es wäre, wenn es so etwas gäbe“, erzählt der 44-Jährige, „denn es gibt so viele tolle Beiträge auf Youtube, die keine Aufmerksamkeit bekommen, weil schlichtweg niemand sie anklickt.“

Manche Clips sind kleine Meisterstücke

Und Aufmerksamkeit zu erregen: Das ist bei Youtube bekanntlich ein riesiges Thema. Nur wer es schafft, über den so berühmten wie umstrittenen Algorithmus überhaupt in die Trend-Listen gespült zu werden, hat eine Chance auf Klicks. „Oder es sind Freunde, die anderen Freunden Clips empfehlen“, sagt Ebbert-Karroum. „Auf diese Weise wurde damals das Video des Youtubers Rezo bekannt, der sich darin kritisch mit der CDU beschäftigte.“

Doch die meisten Kanäle dümpeln mit nur wenigen Abonnenten vor sich hin, obwohl den Kreativen hinter den Kameras darin nicht selten kleine Meisterstücke gelingen, die sie mit viel Liebe, Aufwand und oft in nächtlicher Fleißarbeit herstellen. Im Laufe seiner langjährigen Beschäftigung mit Youtube hat Andreas Ebbert-Karroum eine ganze Reihe dieser Perlen entdeckt: etwa einen Koch-Kanal, bei dem die Zutaten fabelhaft animiert wie von Zauberhand von ganz allein in den Kochtopf wandern. „Der Betreiber dieses Kanals benötigt 20 Stunden, bis ein Video fertig ist. Und dies bei weniger als 50 Abonnenten.“ Damit Geld zu verdienen sei eigentlich nicht möglich: „Das ist Liebhaberei.“

Nach drei Jahren in Essen zieht der Preis nach Bochum

Bereits im vierten Jahr bietet der Youlius-Award all diesen talentierten Liebhabern ein Forum: Im ersten Jahr wurden die Preise im Unperfekthaus überreicht, danach dann zweimal in der Zeche Carl. Jetzt zieht die Preisverleihung nach Bochum um: Am 25. Januar findet sie zum ersten Mal in den Kammerspielen statt. „Damit gehen wir den nächsten Schritt“, freut sich Ebbert-Karroum. „Die Gala wird größer und glamouröser. Mit über 400 Plätzen haben wir hier deutlich mehr Platz für alle Nominierten, Fans und Gäste.“

Der Youlius-Award, unterstützt von der Wirtschaftsförderung, wird in zwölf Kategorien verliehen, die thematisch sortiert sind: von der Animation bis zum Beauty-Tipp. Die Bewerbungsphase ist für dieses Jahr abgeschlossen, 130 Bewerbungen hat die Expertenjury erreicht. Diese müssen nun gesichtet und bewertet werden. „Und das dauert natürlich eine Weile, denn manche Beiträge sind echt lang.“

Wertschätzung der unermüdlichen Arbeit

Während der Preisverleihung, die gern mal mehrere Stunden in Anspruch nimmt, werden die besten von ihnen prämiert: Jeder Preisträger bekommt einen kleinen goldenen Pokal und einen Sachpreis von Sponsoren. „Vielen bedeutet dieser Preis sehr viel“, sagt Ebbert-Karroum, „denn es ist auch eine Wertschätzung und eine öffentliche Anerkennung ihrer unermüdlichen Arbeit.“

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