Verkehrsüberwachung

Bochum kassiert fast 5,5 Millionen Euro wegen Verkehrssünden

Ein Knöllchen auf einer kleinen Straße in Bochum-Weitmar. Dort stand ein Pkw auf einem Gehweg.

Ein Knöllchen auf einer kleinen Straße in Bochum-Weitmar. Dort stand ein Pkw auf einem Gehweg.

Foto: Bernd Kiesewetter

Bochum.  Bochum hat 2019 fast 5,5 Millionen Euro von Falschparkern und zu schnellen Kraftfahrern kassiert. Das liegt vor allem an neuen Blitzern.

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Die Stadt Bochum hat im vergangenen Jahr knapp fünfeinhalb Millionen Euro von Falschparkern und zu schnellen Kraftfahrern kassiert. Das teilte sie auf WAZ-Anfrage mit.

Der weitaus größte Teil wurde durch die sechs neuen stationären Blitzanlagen eingenommen, die im Februar 2019 an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufgestellt worden sind: gut 3,4 Millionen Euro. Zurzeit gibt es sieben fest installierte Blitzer in Bochum. Allein über diese Messgeräte wurden 119.500 Kraftfahrer erwischt, die das Gaspedal zu tief runtergedrückt hatten. Die zwei Radarwagen, die die Stadt ebenfalls im Einsatz hat, haben zusätzlich 31.700 zu schnelle Kraftfahrer erfasst. Macht zusammen 151.200 Tempoüberschreitungen, die sanktioniert worden sind.

23 weibliche und männliche Politessen sind in Bochum unterwegs

Ein Vergleich zu Essen (rund 590.000 Einwohner): Dort wurden im vergangenen Jahr – und dies nur bis November – 192.000 zu schnelle Autofahrer geblitzt (3,6 Millionen Euro). Bochum hat zurzeit rund 365.000 Einwohner.

Parallel zu den Tempoüberwachungen sind in Bochum aktuell 23 weibliche und männliche Politessen des Ordnungsamtes unterwegs. Sie haben im vergangenen Jahr 102.000 Knöllchen verteilt. Das hat die betroffenen Kraftfahrer 2.021.000 Euro gekostet. Das ist eine ganz leichte Steigerung zum Jahr davor (100.000 Strafzettel, 1.997.000 Euro).

Der Vergleich zu Essen: Dort wurden im vergangenen Jahr 200.000 Falschparker aufgeschrieben und 2,3 Millionen Euro kassiert.

Überwachung in Bochum dient der Verkehrssicherheit, betont die Stadt

Bochums Stadtsprecherin Charlotte Meitler betont allerdings, dass es bei der Kontrollen nicht ums Abkassieren geht. „Die Überwachungsmaßnahmen der Stadt im fließenden und ruhenden Verkehr dienen der Stärkung der Verkehrssicherheit. Sie stellen damit den Schutz aller Verkehrsteilnehmenden sicher. Die hohen Zahlen, insbesondere nach Ausweitung der Überwachung im fließenden Verkehr, machen deutlich, dass solche Überwachungsmaßnahmen notwendig sind.“

Mit der Sanktionierung der Falschparker verdiene die Stadt im Übrigen auch gar kein Geld, im Gegenteil. „Das liegt daran“, sagt Charlotte Meitler, „dass die erteilten Verwarnungsgelder für Parkverstöße sehr niedrig sind. Sie liegen größtenteils zwischen zehn und 20 Euro. Die Personal- und Sachkosten für die Feststellung und Bearbeitung übersteigen die erzielten Einnahmen deutlich.“

Rund 3000 Bürgerbeschwerden über Falschparker im vorigen Jahr in Bochum

Zusätzlich zu den von den Politessen entdeckten Parkverstößen wurden dem Ordnungsamt im vorigen Jahr noch rund 3000 Falschparker von Privatleuten gemeldet. Diese Bürgerbeschwerden, die teils mit Foto eingereicht wurden, werden stets nach Priorität bearbeitet: Je größer die Gefahr beziehungsweise Behinderung, desto eher schreitet das Ordnungsamt ein.

„Vorrangig werden daher von der Verkehrsüberwachung Parkverstöße bei Feuerwehr- und Rettungszufahrten und ähnliches bearbeitet“, sagt die Stadtsprecherin.

Wieviel Verwarnungsgeld allein aufgrund dieser Bürgerbeschwerden gezahlt werden musste, wird nicht gesondert erfasst.

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