Veranstaltung

Bochum kulinarisch lockt nicht nur Gourmets in die City

Gastronom und Veranstalter Heinz Bruns beim Aufbau seines Standes "Haus Kemnade" bei Bochum kulinarisch

Gastronom und Veranstalter Heinz Bruns beim Aufbau seines Standes "Haus Kemnade" bei Bochum kulinarisch

Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto

Bochum.  Die wohlschmeckende Meile auf dem Bongard-Boulevard bedeutet eine Menge Arbeit für Veranstalter und Gastronomen. Heinz Bruns ist nicht nur geschäftsführender Gesellschafter von Bochum kulinarisch, er ist auch mit seinem „Haus Kemnade“ mit einem Stand vertreten. Das bedeutet viel Verantwortung.

Wenn Heinz Bruns sich an einen seiner Bierzelttische setzt und eine Schale Pommes isst, so ist dies einer der wenigen Momente, in denen er nichts umherträgt, koordiniert, erklärt, aufbaut oder beantwortet. Ansonsten steht er ständig unter Strom: Der 53-jährige Gastronom ist nicht nur Inhaber der Burgstuben Haus Kemnade, er ist außerdem geschäftsführender Gesellschafter von Bochum kulinarisch. 16 Gastronomen samt Anhang verlassen sich auf ihn, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

Als Veranstalter arbeitet er elf Monate im Jahr daran, dass an fünf Tagen im August alles rund läuft. Für ihn als Gastronom beginnt die Arbeit im Januar: Die Speisekarte muss erstellt, die Technik geplant werden. Wer denkt, man müsse einfach einen Haufen Pfannen und Töpfe verladen und in Richtung Innenstadt fahren, der irrt. Für die Veranstaltung müssen extra Küchengeräte angeschafft werden, das Equipment aus dem Betrieb Haus Kemnade ist nicht für den Open Air-Betrieb geeignet. Im April muss das Programmheft stehen, bis dahin läuft die interne Betriebsplanung. Was ist im Vorjahr gut gelaufen, was bedarf einer Verbesserung? Wer bleibt im laufenden Betrieb, wer kommt mit auf den Boulevard? Studentische Aushilfen und Mietköche sowie Sicherheitspersonal müssen gebucht, Gerichte verändert werden.

Hummer als Hot Dog

So sorgte in der Vergangenheit der edle Hummer klassisch serviert, kalt und mit Aioli eher für Skepsis bei den Gästen. So eine Schale will schließlich erst einmal aufgebrochen werden, das schreckt so manchen Besucher ab. Im Jahr darauf servierte man den Hummer dann ausgelöst und mit Pasta. Da war den Gästen dann zu wenig auf dem Teller. Also wurde wieder nachgebessert: In diesem Jahr kommt der Hummer als Hot Dog daher, zu einer Bratwurst verarbeitet und im hausgebackenen Brötchen serviert.

Auf seinem Stand hat Heinz Bruns 16 Mitarbeiter stehen, die in Hochzeiten bis auf 22 aufgestockt werden. Die Mannschaft zu Hause sorgt dafür, dass immer Nachschub für die fünf Gerichte plus Dessert gewährleistet ist, während der normale Restaurantbetrieb weiterläuft.

Sind die Zelte samt Inhalt dann am 11. August wieder abgebaut, ist noch lange nicht Schluss für Heinz Bruns. Nachkontrollen und Abrechnung stehen an, bis etwa sechs Wochen nach Veranstaltungsende kann er nicht abschalten. Auf die Frage, was der schönste Moment der Veranstaltung für ihn sei, antwortet er mit Bestimmtheit: „Am Mittwochabend, wenn hier alles läuft.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben