Hochschule für Gesundheit

Bochum: Pantomime sensibilisiert zukünftige Logopädinnen

Manfred Pomorin, Dozent und Pantomime, Lina Sophie Meischein, Charline Ehlert und Lilly Okulla (v.r.) erleben die Wirkung der Körpersprache.

Manfred Pomorin, Dozent und Pantomime, Lina Sophie Meischein, Charline Ehlert und Lilly Okulla (v.r.) erleben die Wirkung der Körpersprache.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Bochum-Querenburg.  Logopädie-Studierende der Bochumer Hochschule für Gesundheit trainieren durch Pantomime die Kommunikation. Übungen fördern Selbstreflexion.

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Gut 15 junge Frauen und ein Mann mittleren Alters laufen kreuz und quer durch den Raum. „Nadja“, „Lilly“, „Herr Pomorin“, ruft es heiter aus ganz verschiedenen Ecken. Die sollen schließlich den Gegenstand übernehmen, den die Person vor ihnen in der vorher festgelegten Reihe gerade in den Händen hält.

Ganz unterschiedliche Spiele und Aktionen füllen diesen Seminar-Tag an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, der von Dr. Ellen Meyer ins Leben gerufen worden ist. Zusammen mit dem Pantomimen Manfred Pomorin gestaltet sie den Workshop. Hierbei handelt es sich freilich nicht um einen Kurs für Hobby-Schauspielerinnen, sondern um einen Teil des Lehrplans für Logopädie-Studierende im ersten Semester.

Logopädie-Studium: Modul soll Selbstreflexion fördern

Im Modul „berufsbezogene Selbsterfahrung“ geht es schließlich darum, Selbstreflexion zu lernen und auszuüben. Ellen Meyer arbeitet etwa mit Videoaufnahmen, anhand derer sich die Studierenden begutachten und beurteilen können. „Die Schwierigkeit ist zunächst, sich selbst zu ertragen“, sagt die Logopädin. Um allerdings nicht nur herauszufinden, wie sie selber wirken, sondern auch Ansätze zu lernen, dieses Wirken aktiv zu steuern, hat Ellen Meyer den Workshop initiiert.

„Körpersprache ist enorm wichtig“, sagt auch Manfred Pomorin. „Dieses Seminar bietet eine gute Begleitung im Studium und bereitet ein Stück weit auf den Patientenkontakt vor.“ Und das von der ersten bis zur letzten Minute: Zur Begrüßung schüttelt der freischaffende Künstler allen Teilnehmerinnen die Hand, sie nehmen sich daraufhin das Schildchen mit ihrem Namen.

Wichtig im Umgang mit Patienten: Körpersprache

Danach wird dieser Händedruck besprochen – der schließlich auch einer der ersten Kontaktpunkte mit neuen Patienten ist. Körperhaltung, Stand, Kleidung oder Frisur: All diese Aspekte spielen im therapeutischen Berufsfeld eine wichtige Rolle. Deswegen hält Ellen Meyer, die neben ihrer Tätigkeit an der Universität auch als Filmemacherin arbeitet, viel von dieser Überschneidung von Kunst und Medizin.

Schließlich geht es beim Seminar nicht nur darum, den ersten Blickkontakt mit dem Patienten zu üben, sondern auch, im nächsten Schritt das Gelernte auf das Gegenüber anzuwenden. „Die Studierenden werden zwangsläufig auf Patienten treffen, die sich nicht sprachlich äußern können.“ Lesen, Schreiben, Sprechen – alles funktioniert über die Sprache. Doch was, wenn jemand an dieser Stelle nicht mit den gesellschaftlichen Vorgaben mithalten kann?

Studierende sind bis in die Abendstunden motiviert

Wahrnehmung und Beobachtung werden also ebenfalls geschult. „Das Seminar ist eine schöne Abwechslung“, sagt Studentin Franziska Müller. „Es macht wirklich Spaß und bringt uns etwas fürs Leben.“ Scheint ganz so, denn obwohl der Termin am Freitag von 12 bis etwa 19.30 Uhr geht, sind die Frauen bei Einbruch der Dunkelheit noch fröhlich und motiviert bei der Sache.

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