Bürgerkonferenz

Bochumer sind bereit für Umstieg auf Bus, Bahn und Rad

Bei „Mobilitätsspielen“ erkundeten die Teilnehmer der Bürgerkonferenz, was sie bewegen könnte, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu ändern.Die Ergebnisse sollen nun in die „Bochum-Strategie“ der Stadt einfließen.

Bei „Mobilitätsspielen“ erkundeten die Teilnehmer der Bürgerkonferenz, was sie bewegen könnte, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu ändern.Die Ergebnisse sollen nun in die „Bochum-Strategie“ der Stadt einfließen.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Viele Bochumer wäre bereit, vom Auto auf Bus, Bahn oder Rad umzusteigen. Das muss aber noch einiges passieren, wie die Bürgerkonferenz aufzeigte.

Die Bochumer zeigen eine große Bereitschaft, auf klimafreundliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, das Fahrrad oder Leihwagen umzusteigen. Dazu muss aber vor allem der öffentliche Nahverkehr deutlich kundenfreundlicher werden. Das ist die Botschaft der „Bürgerkonferenz“, die am Samstag im Straßenbahndepot der Bogestra an der Essener Straße tagte.

Zum dritten Mal seit 2017 hatte die Stadt 371 Bürger (einen pro 1000 Einwohnern) ausgewählt, um Ideen für Bochums Zukunft zu entwickeln. Thema nach der „Bochum-Strategie“ und der Quartiersentwicklung: die Mobilität. 329 Bochumer folgten der Einladung. Eine beachtliche Quote, die zeigt, welche Bedeutung der Frage zugemessen wird, wie wir uns heute durch die Stadt bewegen und wie wir das morgen tun könnten.

Täglich 9,7 Millionen Kilometer

Potenzial, als Verkehrsteilnehmer mehr für die Umwelt zu tun, gibt’s reichlich. 9,7 Millionen Kilometer legen sämtliche Bochumer pro Tag zurück: zwölf Mal zum Mond und zurück. So besagt es eine Schätzung der Stadt, die – mit Blick auf die Zehntausenden Pendler – von täglich 25 Kilometern pro Einwohner ausgeht. An den Wegstrecken wird sich wenig ändern. Doch wie kann es gelingen, dabei der Umwelt möglichst wenig zu schaden?

In „Mobilitätsspielen“ machten sich die 329 Bürger daran, ihr eigenes Verhalten zu dokumentieren und zu erkunden, was es bräuchte, genau dieses zu verändern. Heißt in aller Regel: vom Auto zum ÖPNV oder aufs Rad zu wechseln, um zum Job, mit den Kindern in Schule und Kita, zum Einkaufen, ins Kino, Theater oder zu Freunden und Verwandten zu kommen.

330.000 Tonnen CO2-Belastung jährlich

Hunderte Vorschläge, Wünsche und Kritikpunkte bündeln sich zu einem Aufgabenpaket, das die Stadt nun abzuarbeiten hat. „Es zeichnet sich schon jetzt klar ab, dass ein Umstieg vielfach infrage käme – allerdings nur, wenn es den Bürgern dabei leichter gemacht wird als bisher“, zieht Stadtsprecher Peter van Dyk eine erste Bilanz. Häufig genannt werden dabei ein dichteres Netz mit Stationen für Car-Sharing und Leihräder, eine engere Taktung von Bussen und Bahnen, die „kommen, wenn ich sie brauche“, sowie einfachere Tarifstrukturen im VRR-Gebiet.

Am Nachmittag wurde bei der Konferenz eifrig gerechnet. Ergebnis: Würden alle Teilnehmer (und damit die Gesamtstadt) ihre klimafreundlichen Pläne in die Tat umsetzen, könnten 62 Prozent der jährlich 330.000 Tonnen CO2-Belastung in Bochum eingespart werden. Eine Möglichkeit dazu soll sich bald bieten. Wie es heißt, steht ein Verleih für Elektroroller bevor.

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