Park & Control

Bochumerin bekommt Knöllchen, weil sie vier Minuten parkt

Dieses Schild beim Action-Geschäft hat Sarah Böhme erst gesehen, als sie bereits vier Minuten geparkt hatte. Sie bekam ein Knöllchen.

Dieses Schild beim Action-Geschäft hat Sarah Böhme erst gesehen, als sie bereits vier Minuten geparkt hatte. Sie bekam ein Knöllchen.

Foto: Dietmar Wäsche

Mitte/Grumme.   Das Unternehmen „Park & Control“ betreut immer mehr Parkplätze in Bochum. Das sorgt für Unmut – wie das Beispiel einer jungen Mutter zeigt.

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Sarah Böhme fühlt sich abgezockt. Wie schon so häufig hat sie ihr Auto vor ein paar Wochen auf dem Parkplatz des Geschäftes Action an der Castroper Straße abgestellt. Was sie diesmal allerdings übersehen hat: ein Schild der Firma „Park & Control“, die den Parkplatz betreibt und neuerdings das Einlegen einer Parkscheibe verlangt.

Knöllchen in Höhe von 30 Euro

Das fällt der jungen Mutter, die mit ihrem kränkelnden Säugling schnell einen Stellplatz finden wollte, erst auf, als sie im Geschäft ein großes Hinweisschild sieht. Keine vier Minuten nach Abstellen des Autos kehrt sie nach eigenen Angaben zu ihrem Wagen zurück – nur um feststellen zu müssen, dass ein Mitarbeiter von „Park & Control“ bereits ein Knöllchen in Höhe von 30 Euro ausgestellt hat.

Sie spricht den Mann an, der mit Verständnis reagiert. Das Knöllchen aber kann er nicht mehr rückgängig machen und verweist sie an den Kundenservice. „Dem haben mein Mann und ich über das Kontaktformular geschrieben, das Unternehmen hat sich aber nichts davon angenommen“, bedauert Sarah Böhme. Mit der Begründung, dass sie einen Kassenbon vorlegen müsse, der belegt, dass sie im Markt eingekauft hat. Den sie aber nicht hat, weil sie ohne etwas einzukaufen das Geschäft verlässt. Die junge Mutter wendet sich nochmal an „Park & Control“, doch: „Auch nach erneuter Prüfung hat der Kundenservice erklärt, dass er die Strafgebühr bei dieser Sachlage nicht aus Kulanz zurücknehmen kann.“

Vertragsstrafe aus Kulanz storniert

Sarah Böhme ist sauer und resigniert. „Ich denke, ich werde das Knöllchen zahlen. Das ist mir zu müßig und den Aufwand ist es mir als junge Mutter nicht wert.“ Gleichzeitig meldet sich ihr Mann Marcel Böhme in der Redaktion der WAZ mit dem Anliegen des Ehepaars. Und nach Anfrage bei „Park & Control“ erklärt das Unternehmen: „Nach Prüfung des Vorgangs hat Park & Control die vorliegende Vertragsstrafe aus Kulanz storniert.“

Trotzdem heißt es aber, dass eine Stornierung einer Vertragsstrafe nur mit einem Nachweis in Form eines Kaufbelegs möglich sei, um zwischen Kunden und Fremdparkern zu unterscheiden. Das sei notwendig, weil Stellplätze oft blockiert würden. „Das Einlegen einer korrekt eingestellten Parkscheibe in ihrem Auto ist für Kunden völlig ausreichend, um die Freiparkzeit auf dem Parkplatz zu nutzen“, so „Park & Control“. Dass Sarah Böhme die Strafgebühr nun nicht mehr zahlen muss, freut sie. Verständnis für das Vorgehen von „Park & Control“ hat sie trotzdem nicht.

Meinungen gehen auseinander

Generell sind die Meinungen über das Unternehmen, das in Bochum immer mehr Parkplätze betreibt, zu Zahlen aber keine Angaben machen will, geteilt. Das zeigt ein Posting in der Bochumer Facebook-Gruppe „Kennst du BoLinDa?“. Ein User macht darauf aufmerksam, dass „Park & Control“ nun auch am Action-Geschäft in Linden an der Hattinger Straße kontrolliert. Die Reaktionen: „Wer solche Drückerkolonnen gegen seine Kunden einsetzt, wird mich nie als Gast in seinem Laden finden. Ich finde das Bestrafen/Straf-Geld eintreiben durch Privatfirmen inakzeptabel“, meint ein User. Ein anderer schreibt hingegen: „Ich hab da kein Problem mit. Lege meine Parkscheibe rein, bin in einer Stunde wieder raus. Parken war trotzdem gebührenfrei.“

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