Öffentlicher Nahverkehr

Bochumerin beschwert sich über Kundenservice der Bogestra

Die Leitstelle der Bogestra im Hauptbahnhof Bochum ist für die Koordination nach spontanen Betriebsstörungen zuständig.

Die Leitstelle der Bogestra im Hauptbahnhof Bochum ist für die Koordination nach spontanen Betriebsstörungen zuständig.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Eine Bogestra-Kundin ist enttäuscht, dass sie nach Störungen im Bahnbetrieb nicht informiert wurde. Die Bogestra erklärt, wo die Probleme liegen.

„Ich hatte in dieser Woche zwei Erlebnisse mit der Bogestra, die mich an meiner Überzeugung, den ÖPNV zu nutzen, arg zweifeln lassen.“ So begann die Zuschrift einer Leserin aus Linden an die WAZ. Die Bogestra-Kundin beklagt sich, dass sie bei einem Bahnausfall nicht darüber informiert wurde, wie es nun weitergeht.

Neulich auf der Hattinger Straße. Die Feuerwehr hatte einen größeren Brandeinsatz. Die Fahrbahn war gesperrt. Die Linien 308/318 endeten am Bergmannsheil. „Die Fahrgäste wurden mit dem Hinweis auf Schienenersatzverkehr ausgesetzt und warteten ohne weitere Informationen an der Bushaltestelle“, schildert die Bogestra-Kundin.

Auch am Hauptbahnhof bekam der Fahrgast keine Auskunft

Es habe weder Ersatzbusse noch Taxen an der Haltestelle gegeben. „Ich bin sogar zum Hauptbahnhof zurückgefahren, um vielleicht von dort mit einem Bus irgendwie Richtung Linden zu kommen. Auch dort wusste nach einer Stunde kein Bogestra-Mitarbeiter irgendetwas zu der Störung zu sagen. Nach gut zwei Stunden Wartezeit fuhr eine erste Bahn.“

Es könne doch nicht so schwierig sein, die Informationen an die entsprechenden Fahrzeugführer weiterzugeben. „Wenn ich informiert bin, kann ich anders reagieren, als wenn ich an irgendeiner Haltestelle stehe und nicht weiß, was passiert.“

Bogestra: „Wir nehmen Kritik ernst“

Ähnlich sei es ihr ein paar Tage später an der Haltestelle Schauspielhaus ergangen. Nach einem Oberleitungsschaden hätten mehrere Bahnen die Fahrgäste entlassen, „aber nichts weiter passierte“. Und weiter: „Solche Dinge passieren, keine Frage, aber dann müssen die Verantwortlichen auch darauf reagieren.“

Die Bogestra bedauert, dass die Frau so unzufrieden war, und erklärt: „Wir nehmen Kritik ernst, bitten aber auch zu berücksichtigen, dass sich aufgrund von Faktoren, die die Leitstelle nicht beeinflussen kann, der Aufbau eines lückenlosen Ersatzverkehrs nicht immer ohne Weiteres möglich ist.“

Die verschiedenen Info-Kanäle der Bogestra

Spontane Störungen seien „situativ sowie örtlich eigentlich immer unterschiedlich“, sagt Unternehmenssprecher Christoph Kollmann. Die handelnde Stelle sei dann die Leitstelle. Über die „Mutti“-App der Bogestra, die elektronische Fahrplanauskunft und die Homepage würden dann die Kunden nach Möglichkeit informiert. „Je nachdem, welche Linien betroffen sind und wie sich die Störung konkret darstellt, werden auch Durchsagen über die Lautsprecheranlagen gemacht, Zugzielanzeiger in den Stadtbahnanlagen sowie die dynamischen Anzeiger an Haltestellen genutzt“, so Kollmann.

Doch auch wenn die Bogestra viele Kunden mit Störungsmeldungen erreiche, gebe es noch „eine weitere Herausforderung“: In der Praxis komme es immer wieder vor, dass sich die Einsatz- und Verkehrslage durch Maßnahmen von Polizei und Feuerwehr „dynamisch entwickeln“ und sich die Betriebssituation und die Informationsstände innerhalb kurzer Zeit ändern.

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