Prozessauftakt

Brandstiftung in der eigenen Wohnung: Rentner vor Gericht

Das Landgericht hat noch drei Sitzungstage bis 7. Oktober eingeplant.

Das Landgericht hat noch drei Sitzungstage bis 7. Oktober eingeplant.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach einem Suizidversuch steht ein 61-jähriger Frührentner wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht. Er soll Feuer gelegt haben.

„Das war totaler Quatsch, weil ich andere Leute gefährdet habe.“ Mit einem Geständnis hat vor dem Landgericht der Prozess gegen einen 61-jährigen Bochumer wegen schwerer Brandstiftung begonnen.

Dem Frührentner wird vorgeworfen, am 20. November 2018 gegen 22.40 Uhr in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhauses in Altenbochum Feuer gelegt zu haben, um sich selbst umzubringen. Auf den Küchenherd soll er Kunststoffteile gelegt und dann die Platten auf volle Leistung gestellt haben. Der Rauch entwickelte sich so stark, dass der ledige 61-Jährige, der allein dort lebte, bewusstlos wurde. Ein Feuerwehrmann rettete ihn. Mit einem Hubschrauber wurde der 61-Jährige in eine Spezialklinik geflogen und versorgt. Weitere Bewohner wurden nicht verletzt.

Staatsanwaltschaft geht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus

Die Wohnung war nachher unbewohnbar. Sie musste aufwendig saniert werden.

Die Staatsanwaltschaft meint, es sei nicht auszuschließen, dass der Angeklagte zur Brandzeit vermindert schuldfähig gewesen sei wegen einer psychischer Störung und Depressionen.

„Ich gebe zu, dass ich das gemacht habe, weil ich Suizidgedanken hatte“, sagte der Angeklagte. „Ich hatte mir das mit meiner Mutter zu Herzen genommen.“ Damit meinte der 61-Jährige den Tod seiner hochbetagten Mutter. Wann sie verstorben war, wusste er aber nicht. In der Hauptverhandlung wirkte er sehr nervös, unsicher und ängstlich. Ein psychiatrischer Gutachter verfolgt den Prozess und schätzt seine Schuldfähigkeit ein. Heute lebt der Angeklagte in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.

„Sie sind froh, dass Sie überlebt haben?“, fragte der Richter. „Ja“, antwortete der Angeklagte.

Der Prozess vor der 2. Strafkammer wird fortgesetzt, unter anderem mit einem Brandsachverständigen. Ein Urteil ist am 7. Oktober geplant.

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