Bürgerkonferenz

Bürger wünschen sich Begegnungszentren in den Stadtteilen

Mit Lego und Knete lassen die Konferenzteilnehmer ihre Projekte auf einem Stadtplan

Mit Lego und Knete lassen die Konferenzteilnehmer ihre Projekte auf einem Stadtplan

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Auf der zweiten Bürgerkonferenz sollten Bochumer Ideen für ihre direkte Nachbarschaft entwickeln. Viele wünschen sich mehr Raum für Begegnung.

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Schnee, Eiseskälte, Grippewelle – obgleich einen Monat später terminiert als ihre erste Ausgabe, erinnerten die Voraussetzungen der zweiten Bochumer Bürgerkonferenz am Samstag stark ans vergangene Jahr. Wieder hatte die Stadt 371 Bürger, einen je 1000 Einwohner, eingeladen, um Ideen für Bochums Zukunft zu entwickeln. Diesmal stand allerdings nicht die Stadt als Ganze im Fokus, sondern ihre Bezirke. „Sie sind die Experten vor Ort“ begrüßte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) seine Gäste und bezeichnete die Veranstaltung als prägend nicht nur für Bochum, sondern „vielleicht auch für die Bürgerbeteiligung in Nachbarstädten“.

Vorschläge für die Bochum-Strategie

In Kleingruppen sollten Bewohner jedes Stadtteils spielerisch Ideen für ihr Viertel entwickeln. Weniger abstrakt als beim ersten Mal sei das, lobte Teilnehmerin Simone Ihmann. „Man hat den Eindruck, dass es diesmal wirklich um Bürgerbeteiligung geht.“ Auch an anderer Stelle war leise Kritik an der ersten und Lob für die zweite Ausgabe zu hören.

Ziel des Ganzen: Ausgewählte Vorschläge der Bürger sollen in die Bochum-Strategie einfließen. Was zu einer sogenannten „Kernaktivität“ gekürt werde, habe „grüne Welle“ bei der Umsetzung in der Verwaltung, so Stadtsprecher Peter van Dyk. Bis es soweit ist, müssen die Ideen in den nächsten Wochen allerdings erst einmal gesichtet, gewichtet, geprüft werden. Nicht alles werde man umsetzen können, so van Dyk: Der „mobile Biergarten“ stieß zwar auf viel Zuspruch, könne aber kaum von der Stadt betrieben werden.

Planungen für Markthalle werden konkret

Am Rande der Konferenz gab es dann auch noch ein paar Worte zur Markthalle, die im vergangenen Jahr das große Thema der Konferenz gewesen war. Seit Marktexperte Herwig Niggemann Stadtbaurat Markus Bradtke und den Chef der Wirtschaftsentwicklung Ralf Meyer berät, hat sich das Projekt offenbar konkretisiert. In der Ratssitzung am 27. April soll nun entschieden werden, ob die Stadt den Telekom-Block kauft, um dort auf etwa 1500 Quadratmetern die Markthalle einzurichten. Der Eigentümer der Immobilie sei von dem Vorhaben sehr angetan, so Bradtke, die Voraussetzungen für den Kauf somit gut. Nächste Meilensteine nach dem Kauf: ein Architektenwettbewerb und die Beantragung von Fördermitteln. Ohne dieses Geld nämlich sei das Projekt nicht realisierbar. Wenn alles rund läuft, könnte die Halle 2022 im Bau, vielleicht sogar schon auf der Zielgeraden sein.

Auch bei den neuen Bürger-Ideen spielen Begegnungsmöglichkeiten, wie sie auch die Markthalle bieten soll, eine große Rolle. Der wohl am häufigsten geäußerte Wunsch an diesem Tag: Begegnungszentren. Für Jung und Alt, kulturübergreifend, für Künstler und Unternehmer.

>> TEILNEHMER AUS ALLEN STADTTEILEN

Die Teilnehmer sollten sowohl alle Stadtteile als auch die Gesellschaft in ihrer Zusammensetzung repräsentieren.

Teilnehmer, die bei der ersten Bürgerkonferenz dabei waren, wurden vorrangig eingeladen.

Die Veranstaltung konnte man auch online über Twitter und per Livestream auf Youtube verfolgen.

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