Starlight Express

Der Papa im Bochumer Starlight Express wird zur Mama

Papa hat ausgedient: Die Rolle der alten Dampflok im Starlight Express soll künftig eine Darstellerin verkörpern.

Foto: Jens Hauer

Papa hat ausgedient: Die Rolle der alten Dampflok im Starlight Express soll künftig eine Darstellerin verkörpern. Foto: Jens Hauer

Bochum.   Zum 30. Geburtstag des Musicals Starlight Express gibt es eine Revolution: Aus Papa soll Mama werden. Die Suche nach Darstellerinnen läuft.

Beim Starlight Express bahnt sich Revolutionäres an: Aus Papa soll eine Mama werden. Das erfuhr die WAZ exklusiv im Umfeld des Theaters. Die ersten internationalen Castings für die neue Frauenfigur haben bereits stattgefunden.

Es läuft und läuft und läuft: 33 Jahre nach der Uraufführung 1984 in London zählt das Rollschuh-Singspiel bis heute zu den beliebtesten Musicals weltweit. Dazu hat unsere Stadt maßgeblich beigetragen: 1988 am Stadionring an den Start gegangen, gilt die Bochumer Produktion als erfolgreichstes Musical aller Zeiten an einem Standort. Über 16 Millionen Besucher erlebten die rasanten Rennen der Lokomotiven bislang live.

380 Beschäftigte arbeiten für Starlight Express

Längst ist der Starlight Express für Bochum nicht nur ein schillerndes Aushängeschild, sondern auch ein immens wichtiger Wirtschaftsfaktor und bedeutender Arbeitgeber zugleich. Insgesamt 380 Beschäftigte lassen vor und hinter den Kulissen den Sternenhimmel strahlen.

Zwar gab es im Laufe der drei Jahrzehnte mehrere, gleichsam behutsame Veränderungen und Modernisierungen. Greaseball erhielt brennende Rollschuhe. Auch bei der E-Lok fliegen die Funken. Coole Hip-Hopper vollführen auf Inline-Skates halsbrecherische Stunts. Zum 25-jährigen Bestehen 2013 schrieb Alastair Lloyd Webber, Sohn des Starlight-Schöpfers Andrew Lloyd Webber, die Liebesballade „Für immer“. Das Grundgerüst und die Charaktere blieben aber weitgehend unangetastet.

Casting in Bochum läuft Ende des Monats

Das soll sich ändern. Im nächsten Jahr wird der 30. Starlight-Geburtstag in Bochum gefeiert. Aus diesem Anlass wird der Klassiker kräftig aufgefrischt. In der englischen Hauptstadt haben sich Andrew Lloyd Webber (69) und seine „Really Useful Group“ als Lizenz- und Rechteinhaber daran gemacht, das Musical zu überarbeiten, um auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten konkurrenzfähig zu sein. „Neue Songs, neue Technik, neue Rollen: Das Kreativteam in London arbeitet seit Wochen intensiv“, heißt es im Bochumer Theater.

Noch stehe vieles in den Sternen. Eines aber zeichnet sich bereits ab: Der größte Publikumsliebling neben Rusty und Pearl wird einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Papa wird zur Mama. Die alte Dampflok, so wird am Stadionring bestätigt, soll durch eine „starke Frauenfigur“ verkörpert werden, die dem jungen Rusty mit kräftiger Bluesstimme lehrt, an sich selbst zu glauben. Papas „Licht am Ende des Tunnels“ markiert bei jeder Show das umjubelte Finale. Das wird künftig Frauen-Sache.

Derzeit wird nach geeigneten Darstellerinnen Ausschau gehalten. In London und Wien liefen die ersten Vorstellungstermine (so genannte Auditions). In Bochum ist nach WAZ-Informationen am 30. und 31. Oktober eine weitere Besetzungsrunde geplant.

Besucher stimmen beim „Sing along“ mit ein

Fest steht: Die aktualisierte Version des Starlight Express’ mit der neuen Mama wird zum Jubiläum im Juni 2018 in Bochum uraufgeführt. „Das Publikum darf sich dann auf zahlreiche weitere inhaltliche Überraschungen und spektakuläre technische Neuerungen freuen“, verheißt die Theaterleitung, die der internationalen Presse Anfang des Jahres Details bekanntgeben will. Gespannt verfolgt man am Stadionring schon jetzt die ersten Diskussionen in den sozialen Medien. Bei den Fans, so deutet sich an, ist die neue Mama nicht unumstritten.

Keine zwei Meinungen gibt es über die vier Sonderveranstaltungen, mit denen das Bochumer Theater in diesem Jahr auf das Jubiläum 2018 einstimmte. Die erste englischsprachige Aufführung („One Night Only“) im Frühjahr stieß auf ebenso große Resonanz wie das „Rennen in den Mai“ am Vorabend des Mai-Feiertages und die „Kids Only“-Vorstellung komplett für Kinder im Sommer.

In diesem Monat folgt die vierte und letzte Extra-Show. „Sing Along“ heißt es am Dienstag, 24. Oktober, um 18.30 Uhr. „Staaaarlight Expreeess, Staaaarlight Expreeess, wo bist duuu...“: Alle Besucher sind aufgerufen, sämtliche Lieder lauthals mitzusingen. Für Textsicherheit sorgen seitlich der Bühne aufgehängte Leinwände. Zudem stehen die Texte zum Üben im Internet (www.mehr.de/musicals/starlight-express-das-musical/songtexte).

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