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Erich-Brühmann-Haus in Werne soll zum Bürgertreff werden

Im Sommer 1978 begann der Bau des Erich-Brühmann-Hauses nach Entwürfen des Bochumer Architekten Karl-Friedrich Gehse.

Im Sommer 1978 begann der Bau des Erich-Brühmann-Hauses nach Entwürfen des Bochumer Architekten Karl-Friedrich Gehse.

Foto: Evangelische Kirchengemeinde Werne

Bochum-Werne.  Vor 40 Jahren wurde das Gebäude der evangelischen Gemeinde eingeweiht. Um es fit für die Zukunft zu machen, soll es zu den Wurzeln zurückkehren.

40 Jahre ist es her, seit das Erich-Brühmann-Haus (EBH) der evangelischen Kirchengemeinde Werne im November 1979 eingeweiht wurde. Künftig soll aus dem Gebäude ein Bürgerzentrum mit vielen Angeboten für die Menschen im Stadtteil werden.

Während der nächsten Stadtteilkonferenz des Stadtteilumbaubüros WLAB (Werne, Langendreer, Alter-Bahnhof) am Dienstag, 19. November, ab 19 Uhr im EBH soll genau dieses Anliegen thematisiert werden. Das Haus würde dann zu seinen Wurzeln zurückkehren, wie ein Blick in historische Dokumente zeigt.

„Das Erich-Brühmann-Haus war eigentlich von Anfang an ein Bürgerhaus für Werne“, erklärt Pfarrerin Gisela Estel. Ihr Argument: Das Sozialamt der Stadt vereinbarte mit der Gemeinde bereits Ende August 1979 (also drei Monate vor der Eröffnung) 15 Großveranstaltungen und fünf Wochenendveranstaltungen pro Jahr. „Die Gemeinde durfte der Stadt dafür keine Miete berechnen, sondern ihr nur ein Nutzungsentgelt in Rechnung stellen“, so die Gemeindepfarrerin.

Stadt gab einen Zuschuss zum Bau des Hauses

Den Vereinen, Verbänden und Bürgern des Stadtbezirkes sollten die Räumlichkeiten im EBH stets „zu angemessenen Bedingungen zur Verfügung gestellt“ werden, so hieß es in einem Schreiben der Stadt. Hintergrund war ein städtischer Zuschuss in Höhe von 540.000 DM zum Bau des Erich-Brühmann-Hauses. Der Hauptausschuss der Stadt segnete diesen im November 1978 unter der Bedingung ab, dass das Haus der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe.

Der Bau des Gemeindezentrums nach Entwürfen des Bochumer Architekten Karl-Friedrich Gehse startete im Sommer 1978. Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. Oktober 1978: „Auf Wunsch der Stadt errichtet die Gemeinde das neue Gemeindehaus nicht auf dem Gelände an der Lütge Heide, sondern auf einem von der Stadt erworbenen Grundstück zwischen Kreyenfeldstraße und Lütge Heide“, heißt es in der Chronik zum 100. Geburtstag der Kirche im Jahr 1996.

Rund drei Veranstaltungen pro Tag

Der Bau kostete 2,4 Millionen DM. Neben der städtischen Verwaltung beteiligten sich das Landesjugendamt sowie der ehemalige Gesamtverband aller Bochumer Kirchengemeinden an dem Bauvorhaben. Sie steuerten jeweils 500.000 DM bei. Daten zur Hausnutzung für 2017 weisen zudem eine breite bürgerschaftliche Nutzung aus. So fanden hier 1132 Veranstaltungen (also etwa drei am Tage) im EBH statt, davon 44 Großveranstaltungen ab etwa 100 Personen. „Nur fünf von den 44 waren reine Gemeindeveranstaltungen wie das Gemeindefest oder der Basar an Volkstrauertag“, erklärt Estel.

Sollte die Umwidmung des Hauses im kommenden Jahrzehnt nicht klappen, sieht es nicht gut aus für das EBH. „Die Gemeinde möchte das Haus zwar gerne als offenen Treffpunkt für ganz Werne erhalten. Aber wir müssen sehen, wie lange wir uns das finanziell leisten können“, blickt Estel in die Zukunft. Das Ziel und die Hoffnung der Gemeinde sei es daher, das EBH für Werne zu erhalten, um in zehn Jahren auf den 50. Geburtstag anstoßen zu können.

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