Figurentheater

Figurenbühnen wettstreiten um den Bochumer „Fritz“

Die Figurenspielerinnen des Ensembles F. Wiesel zeigen ein Stück über Architektur.

Die Figurenspielerinnen des Ensembles F. Wiesel zeigen ein Stück über Architektur.

Foto: Nico Schmied

Bochum.  Der Bochumer Fritz-Wortelmann-Preis findet vom 19. bis 22. September statt. 22 Bühnen stellen ihre Figuren- und Puppentheater-Produktionen vor

Der Fritz-Wortelmann-Preis steht in den Startlöchern: Ab Donnerstag konkurrieren Bühnen aus ganz Deutschland um den Bochumer Kulturpreis für Puppen- und Figurenspiel.

Der „Fritz“ ist 60 Jahre jung – 1959 wurde erstmals der „Preis der Stadt Bochum für das Laienpuppenspiel“ vergeben. Initiator war der auch Werne gebürtige Fritz Wortelmann (1902-1976), Direktor des damaligen Instituts für Puppenspiel. Das Deutsche Forum für Puppenspiel (dfp) richtet als Nachfolge-Institution den traditionsreichen Wettbewerb aus. „In diesem Jahr gingen erneut Bewerbungen aus ganz Deutschland ein, die deutlich machen, wie lebendig und vielfältig die Figuren- und Puppenspielszene ist“, freut sich dfp-Geschäftsführerin Annette Dabs.

An drei Tagen präsentieren von Donnerstag bis Samstag, 19. bis 21. September, 22 Gruppen ihre Beiträge an sechs Spielstätten. Die WAZ stellt einige Produktionen aus den Wettbewerbs-Kategorien „Professioneller Nachwuchs“ und „Erwachsene Amateure“ vor.

Für eine gerechte Gesellschaft

„Superquadra“ heißt das Stück von F. Wiesel (Frankfurt), in dem der Erfinder Leonardo da Vinci, der NS-Architekt Albert Speer und Comic-Erfinder Walt Disney an der gerechten Gesellschaft arbeiten. Im Laufe der Jahrhunderte entstehen Systeme, die ideale Proportionen und Verhältnisse vorbringen sollen. Aber dann mutiert das schöne Gebäude... Ein Science-Fiction-Stück vom Ende der Architektur (Do., 19.9., 20 Uhr, Zeche 1, Prinz-Regent-Straße 50-60).

Dämonen der Selbsttäuschung

Ein monumentales Marionettenspiel verspricht das Stück „It depends“ der Bergstaffel Production aus Berlin. Die Marionette „Er“ hängt in der Mitte des Zimmers, die Figurenspielerin Helga Lazar wacht mit ihr auf, schläft mit ihr ein, die Figur wird zum Monument, zum Golem, zum Mann, Vater, Bruder: Ein Solo über Liebe, Selbsttäuschung und andere Dämonen. Figurentheater mischt sich mit Elementen des physischen Theaters und einer experimentellen Marionettentechnik (Fr., 20., 9., 12 Uhr, Kunsthallen Rottstraße 5).

Ein „Labor zum Klimawandel“ eröffnet das Theaterkollektiv Edgar und Allan (Hildesheim) in „Milo, ich hab mich in die Sahara gebeamt“.

Thema: Klimawandel

Mit theatralen Mitteln spießt das Duo das Thema der Zeit, den Klimawandel, auf. Mit einem speziellen Soundtrack und Naturmaterialien als Protagonisten geht es auf die Reise durch Atmosphären, durch stetig wechselnde Perspektiven auf das Klima und seinen Wandel (21.9., 17.30 Uhr, Thealozzi, Pestalozzistraße 21).

Kasper am Kemnader See

„Abenteuer am Kemnader See“ erleben die Paderborner Puppenspiele mit „Kasper & Co. unterwegs in Bochum“. Ihr Stück haben die Künstler aus Westfalen eigens wegen des „Fritz“-Wettbewerbs auf den Festspielort umgeschrieben: Der Oberbürgermeister von Bochum lässt bekannt geben, dass am Kemnader See die Brombeeren reif sind. Kaspers Großmutter macht sich gleich auf den Weg. Doch läuft da nicht der Räuber Kilian herum, der die Leute gerne fängt und nur gegen Geld wieder frei lässt? Kasper und der Schutzmann schauen gleich mal nach dem Rechten... Das traditionelle Kasperspiel zum Mitmachen für Kinder ab 3 Jahren wird am Samstag (21.9.) um 11 Uhr in den Kunsthallen Rottstraße 5 gezeigt.

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