Gesundheit

Frühschwimmer nutzen neue Öffnungszeiten in Bochumer Bädern

Frank Lessmann zählt zu den Frühschwimmern, die mehrmals pro Woche ab 6.30 Uhr ihre Bahnen im Hallenfreibad Hofstede ziehen.

Frank Lessmann zählt zu den Frühschwimmern, die mehrmals pro Woche ab 6.30 Uhr ihre Bahnen im Hallenfreibad Hofstede ziehen.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Bochum.   Um 6.30 Uhr geht’s ab in die Fluten: Dank der erweiterten Öffnungszeiten können Frühschwimmer wieder ihre Bahnen in den Bochumer Bädern ziehen.

„Wir sind senile Bettflüchtlinge!“ Die rüstige Rentnerin ist pressescheu. Ihren Namen und ihr Foto mag sie nicht in der Zeitung sehen. Wasserscheu ist sie nicht. Ebenso wenig wie das knappe Dutzend Frauen und Männer, das mit ihr seine Bahnen im Nordwestbad zieht. Frühschwimmer sind sie allesamt. Menschen, die regelmäßig in aller Herrgottsfrühe in die Fluten steigen, während sich mancher daheim nochmal in den kuschelig warmen Federn umdreht.

Raus aus den Federn auch bei Wind und Wetter

An diesem schon hochsommerlich warmen Morgen fiel das Aufstehen nicht schwer. Das Freibad öffnet erst in dreieinhalb Stunden. Um 6.30 Uhr wartet der wackere Trupp mit Sporttaschen aber schon auf den Einlass ins Schwimmbad in Hofstede. „Denken Sie ja nicht, die sind nur bei diesem Traumwetter so zeitig hier. Die kommen immer, auch im tiefsten Winter bei Schnee und Eis“, sagt Badleiter Armin Pfitzke und schaut mit Respekt auf die Frühaufsteher, die wenige Minuten später durch das klare Wasser gleiten.

Frühsport eine Stunde vor Dienstbeginn

Für Frank Leßmann ist der Frühsport keine Überwindung. „Im Gegenteil. Ich brauch’ das inzwischen“, sagt der 51-Jährige, der im Vertrieb arbeitet und es „herrlich findet“, vor Dienstbeginn eine Stunde etwas für seine Gesundheit zu tun. Heißt für den Hordeler: zu Hause ab auf den Drahtesel, zum Nordwestbad geradelt, 30 Minuten strammes Brustschwimmen und zurück geradelt, um sich für den Job fertig zu machen. Drei- bis viermal pro Woche leistet Leßmann dieses Pensum. Und freut sich, dass die Wasserwelten Bochum GmbH als neuer Betreiber der städtischen Bäder zu der 6.30-Uhr-Öffnung zurückgekehrt ist: „Um 7.30 Uhr wäre es mir wochentags zu spät. Das könnte ich mit der Arbeit nicht mehr vereinbaren.“

Viele Stammbesucher nutzen die 50er-Karte

Wie es überhaupt nicht nur Ruheständler, sondern auch erklecklich viele Berufstätige sind, die die Frühschicht im Bad übernehmen. Meist nutzen die Badegäste dafür – so wie Frank Leßmann – die preisgünstige 50er-Karte. „Die hat bei den Stammkunden die frühere Jahreskarte abgelöst“, weiß Armin Pfitzke.

Kurz nach 7 Uhr wird im Becken an der Stettiner Straße leise geächzt. Das Bahnenziehen strengt an. Die Frühschwimmer zählen in der Regel nicht zu den Besuchern, mitunter auch „Bojen“ genannt, denen ein Pläuschchen in der Gemeinschaft wichtiger ist als der Sport. Hier werden konzentriert Meter gemacht. Platz ist zu dieser frühen Stunde noch reichlich vorhanden. Erholsam ruhig ist es auch. Die Schulklassen kommen später. Man ist unter sich, kennt sich, geht vielleicht anschließend noch einen Kaffee trinken. Leicht ermattet. Aber gut drauf. Und mit der Gewissheit, etwas für seinen Körper getan zu haben.

In die kuschelig warmen Federn kann man ja danach immer noch zurück kriechen.

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