Ferdinand Dudenhöffer

Für den Auto-Professor ist das Car-Symposium ein Heimspiel

Prof. Ferdinand Dudenhöffer ist einer der Macher des Car-Symposium. Das Branchen-Treffen wird an diesem Donnerstag zum 18. Mal ausgetragen. Seine Anfänge hatte es im Jahr 2001 in der Mensa der FH Recklinghausen.

Foto: Ingo Otto

Prof. Ferdinand Dudenhöffer ist einer der Macher des Car-Symposium. Das Branchen-Treffen wird an diesem Donnerstag zum 18. Mal ausgetragen. Seine Anfänge hatte es im Jahr 2001 in der Mensa der FH Recklinghausen. Foto: Ingo Otto

Ferdinand Dudenhöffer hat das Car-Symposium einst mit gegründet. Erfolgsrezept des Branchen-Treffs: aktuelle Themen und prominente Teilnehmer.

Sie nennen ihn den Autoprofessor. Wann immer in Deutschland das Thema „Auto“ diskutiert wird – und das ist oft der Fall – gehört Ferdinand Dudenhöffer zu den Ersten, die gehört werden. Für die Medien ist der 66-jährige Bochumer kompetenter und pointierter Auskunftgeber, für die Wirtschaft als ehemaliger Manager bei Opel, Porsche, Peugeot und Citroën kritischer Beobachter, für die Wissenschaft als Professor des Lehrstuhls Automobilwirtschaft an der Uni Duisburg-Essen analytischer Denker.

Und er ist Moderator. Beim von ihm ins Leben gerufenen Car-Symposium treffen sich führende Köpfe und Entscheider aus der Branche zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch. An diesem Donnerstag wird der Auto-Gipfel zum 18. Mal ausgetragen. Mehr als 1000 Teilnehmer kommen im Ruhrcongress zusammen. Sie diskutieren über die „Welt des neuen Autos“.

Aktuelle Themen aufzugreifen ist eines der Erfolgsrezepte. Sie reichen von der „Mobilität der Zukunft“ (2001) über „Innovationen und profitables Wachstum“ (2011) bis zur „Zeitenwende in der Automobilindustrie“ (2017). Der zweite wichtige Faktor: Prominenz. VW-Chef Matthias Müller ist diesmal dabei. 2017 kam BMW-Boss Harald Krüger, 2016 waren Mercedes-Boss Dieter Zetsche und Opel-Chefin Mary Barra da, 2015 Mark Fields, damals die Nummer eins bei Ford. Sie kommen alle nach Bochum.

Bisherige Gästeliste zieht weitere Hochkaräter an

„Es ist nicht so, dass ich nur anrufen muss und schon haben wir eine Zusage“, gesteht Ferdinand Dudenhöffer. Dazu seien viele Treffen und Gespräche einer fünfköpfigen Gruppe nötig, die das Symposium im Wesentlichen organisiere. Es spiele auch eine Rolle, wer im Vorjahr dagewesen sei. „Der frühere BMW-Vorstand Joachim Milberg hat uns sehr geholfen. Seine Teilnahme 2002 brachte den Stein ins Rollen“, so Dudenhöffer. Die Promi-Liste wird seitdem immer länger.

Aus tiefer Verbundenheit mit dem Symposium-Macher kommen die wenigsten. Im Gegenteil. Der gebürtige Karlsruher, der auch nach mehr als 20 Jahren im Revier seine baden-württembergische Zunge nicht verleugnen kann, ist schon vielen Großen auf den Schlips getreten. Aber: „Die Firmen schätzen es schon, wenn man sich seriös mit Themen auseinandersetzt, auch wenn das manchmal sehr kritisch geschieht. Am Ende hilft das ja auch ihnen. Unser Ziel ist es, Branche und Unternehmen besser zu verstehen.“

Auto-Branche ist lernfähig

Und: Die Branche ist lernfähig. In der „alten VW-Welt“ habe es keinen Draht zum größten Autokonzern der Welt gegeben. E-Mobilität und Car-Sharing galten in Wolfsburg als Humbug. Überhaupt seien Hersteller wie Zulieferer emsig bemüht, in Sachen Elektromobilität den Rückstand auf Tesla aufzuholen. Es sei aber nicht ungewöhnlich, dass eine gesamte Branche von Neuentwicklungen überrascht werde. „Kein Hersteller von Dampflokomotiven hat die Umstellung auf Diesel und E-Antriebe geschafft. Auch bei den Autos hatten alle Tomaten auf den Augen. Die sind so sehr mit dem Wettbewerb, mit Benchmarks und Verbesserungen beschäftigt, dass sie grundsätzliche Änderungen übersehen.“ Dem Elektroantrieb, davon ist der Auto-Professor überzeugt, gehört die Zukunft. Er sei emissionsarm, wirtschaftlich und habe einen großen Wirkungsgrad. „Es wird kein Zurück mehr zum Verbrennungsmotor geben. Das hat die Branche mittlerweile auch begriffen.“

>>> Keine besondere emotionale Bindung zum Auto

Der Auto-Professor ist kein Autonarr. Eher fast das Gegenteil. Es sei reiner Zufall gewesen, dass er nach dem Studium in der Branche gelandet sei, so Ferdinand Dudenhöffer. „Ich hatte kein besonderes Interesse an Autos. Man muss nicht zwingend ein Schrauber sein. Das ist nicht mein Ding“, sagt er. Anders als sein älterer Bruder, der Oldtimer sammle, habe er keine besondere emotionale Bindung zum Automobil. Die beiden einzigen Ausnahmen: „mein erster Käfer und meine Zeit bei Porsche.“

Bei Familie Dudenhöffer in Wiemelhausen stehen ein 3er-BMW und ein Ford Kuga in der Garage. Gebrauchsgegenstände. „Und das nächste Auto wird einen E-Motor haben“, sagt der Verfechter der elektromobilen Zukunft.

Dudenhöffer zählt zu den Mitgründern des Projekts „Ruhrauto-e“, das derzeit 40 E-Fahrzeuge im Revier in einem Car-sharing-Netz vorhält. „Und gelegentlich fahre ich auch eines dieser Fahrzeuge.“

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