Kurzarbeit

Getriebehersteller Eickhoff hat Kurzarbeit angemeldet

Windkraftgetriebe von Eickhoff werden vornehmlich von deutschen Anlagenbauern für Windparks an Land verwendet.

Windkraftgetriebe von Eickhoff werden vornehmlich von deutschen Anlagenbauern für Windparks an Land verwendet.

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Bochum.  Der Bochumer Maschinenbauer Eickhoff bekommt die Krise der deutschen Windkraftanlagenbauer zu spüren. Anfang Mai musste er Kurzarbeit anmelden.

Die Insolvenz des norddeutschen Windanlagenherstellers Senvion hat Auswirkungen auf die Bochumer Eickhoff-Gruppe. Die Antriebstechnik des Maschinenbau-Unternehmens fährt seit Anfang Mai Kurzarbeit. Zunächst einmal für drei Monate wird das Arbeitsvolumen der 170-köpfigen Belegschaft der Sparte auf etwa 50 Prozent reduziert. Wie es dann weitergeht, stehe noch in den Sternen, so Eickhoff-Betriebsratsvorsitzender Volker Naurath.

Informationen über die Zukunft des Traditionsunternehmens, das derzeit in Bochum etwa 1000 Beschäftigte und im sächsischen Klipphausen weitere 250 Mitarbeiter hat, hatte sich das Personal von der Belegschaftsversammlung am Dienstag erhofft. Wenige Tage zuvor war der Beirat des Unternehmens zu einem Treffen zusammen gekommen.

Prekäre Lage bei Senvion

Wirklich Neues habe es aber nicht gegeben, so Betriebsrats-Chef Naurath. So lange die prekäre Lage bei Senvion, das Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte und bis Juli eine wirtschaftliche Perspektive haben muss, noch ungewiss ist, bleibe sie auch für Eickhoff mit Fragezeichen versehen. Senvion hat ebenso wie der zweite große deutsche Abnehmer von Eickhoff-Getrieben für Windkraftanlagen, Nordex, seit Jahren am Markt zu kämpfen. Schon 2014 hatte sich Eickhoff von 140 Mitarbeitern getrennt, 2016 mussten weitere 184 gehen. Eine Prognose für die Entwicklung in den nächsten Monaten will Betriebsrats-Chef Naurath nicht wagen: „Es kann alles passieren. Ich möchte nichts ausschließen.“

Wechsel an der Unternehmens-Spitze

Derweil hat das Unternehmen mit personellen Veränderungen reagiert. Seit Kurzem gehört Paul Rheinländer wieder zur Geschäftsführung. Der langjährige operative Chef des Hauses hatte sich 2017 aus der Firma zurückgezogen und gehört nun wieder zur Gruppen-Geschäftsführung. An seiner Seite hat er die 2017 verpflichtete Finanzexpertin Ulrike Neubauer sowie neuerdings auch Ulf Achenbach.

Letzterer gehörte 2018 kurzzeitig der Senvion-Geschäftsführung an und war zuvor vier Jahre für die Georgsmarienhütte-Unternehmensgruppe tätig, in deren Besitz lange Jahre bis zum Verkauf an einen chinesischen Konzern auch die Bochumer Verein Verkehrstechnik (BVV) war. Ralf Wittor, zwischenzeitlich Chef der Eickhoff-Gruppe, konzentriert sich wieder auf seine Aufgabe als Geschäftsführer der Tochtergesellschaften für Antriebstechnik und für Windenergie.

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