Karneval

Grummer Gemeinde ist seit 70 Jahren ganz närrisch

Die Gemeindeaktiven sorgen immer wieder für gute Stimmung im Saal. Hier der Kreis Junger Familien als Panzerknacker beim Auftritt in 2005.

Die Gemeindeaktiven sorgen immer wieder für gute Stimmung im Saal. Hier der Kreis Junger Familien als Panzerknacker beim Auftritt in 2005.

Foto: Wicho Hermann

Grumme.  70 Jahre Grummer Karneval begeht der Gemeindekarneval Grumme (GKG). Präsident Bernd Pape blickt zurück und freut sich auf das Fest mit neuen und alten Aktiven.

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Am 8. Februar 1948 feierten die Grummer den ersten Karneval nach dem Krieg in der katholischen St. Liborius-Gemeinde. Präsident Bernd Pape vom Gemeindekarneval Grumme (GKG) kann nun also den 70. Geburtstag in der heutigen Gemeinde Seliger Nikolaus Groß feiern. „Wir haben mit 40 Aktiven wieder ein attraktives, etwa vierstündiges Programm erarbeitet“, sagt der 58-Jährige. Er freut sich schon auf das Ereignis am Samstag (10.) im Saal von Gasthaus Goeke.

Die Veranstaltung ist längst ausverkauft. Bernd Pape erklärt: „Ich werde nicht mehr in die Bütt steigen, nur noch moderieren.“ Stattdessen steht Renate Ridderskamp wieder in der „Eule“, die Schreinermeister und Urgestein Jupp Gmerek vor Jahrzehnten baute.

Den Nachwuchs begeistern

Claus Reher, der seit 1992 dabei war, nimmt sich eine Auszeit. Sohn Moritz Reher (20), der 2017 erfolgreich einstieg, ist wieder mit von der Partie. Darüber ist Pape doppelt glücklich. „Er macht das gut. So lange es uns gelingt, den Nachwuchs für unseren handgemachten Karneval zu begeistern, wird unsere Tradition weiterleben“, sagt er. Dafür hält der Grummer Junge, der inzwischen selbst seit 41 Jahren in der GKG aktiv ist – davon nun 20 Jahre als Präsident – gerne Kontakt mit der Katholischen jungen Gemeinde (KJG). „In diesem Jahr konnten wir wieder zwei dazu gewinnen“, freut er sich.

Pape schweift zurück zu seinen Anfängen 1977, als er gemeinsam mit „Gisi“ (Gisbert Wiehe) als „Trunkebolde“ auftrat. „Ich fand Artur Vogt damals toll. Er hielt politische Büttenreden.“

Erinnerung an Karl-August, den Feingeist

An dessen Sohn Karl-August erinnert sich der selbstständige Versicherungsmakler ebenfalls gerne: „Sein Spitzname war ,Schiller’, da er ebenso wie der damalige Finanzminister Karl Schiller eine dicke Hornbrille trug.“ Karl-August war ein Feingeist. Er dichtete so manchen Karnevalsschlager, der noch heute gerne gesungen wird. Zum Beispiel: „Hell sollen die Gläser klingen“. „Wir singen das nach jeder Probe, wenn wir noch zusammen ein Bier trinken“, schmunzelt Bernd Pape.

Weitere Urgesteine des Grummer Karnevals fallen Pape ein, darunter Anneliese und Kurt Kummer, Leni und Reinhold Griese, Gastwirtin Tante Malli Goeke und vor allem Heinz Mono, genannt „Ömmes“. „Über 55 Jahre war er seit den Anfängen dabei“, erinnert er sich: „Von ihm stammt unser Grummer Lied, das jedes Jahr eine neue Strophe erhält, und unser Karnevalsschlachtruf.“

Und so heißt es auch in 2018 „Ömmes egal“ und „Bei uns in Grumme, gibt’s auch einen Karneval, der ist genauso schön wie überall! Drum fahr’n wir nicht nach Köln und Düsseldorf, wir bleiben hier in unserm Heimatort ...“.

>>>Ein Blick in die Geschichte

Mitwirkende beim ersten Gemeindekarneval 1948 waren der Kirchenchor, die Jugend und „Knappen- und Arbeiterverein“. Deren Programm setzte sich aus lustigen Gesangsvorträgen, Sketchen und Darbietungen wie Feuer schlucken zusammen. Der Grummer Karneval reicht noch weiter zurück. Von 1914 gibt es noch ein Veranstaltungsprogramm der „Närrischen Jünglingssolidität“ in der katholischen Gemeinde St. Liborius.

Der Gemeindekarneval war nicht durchweg ein Selbstläufer. Reinhold Griese und Heinz Mono waren 1958 die einzigen Akteure. Die Bezeichnung GKG - Gemeindekarneval Grumme - kam um 1966 auf. Namensgeber war Karnevalspräsident Engelbert Schwenke.

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