Musik

Hollies bescheren legendären Abend im Bochumer Ruhrcongress

Die Hollies

Die Hollies

Foto: 3dog-Entertainment

Bochum.   Bei „The Air that I breathe“ erhob sich der Ruhrcongress: Die Pop-Urgesteine The Hollies bereiteten 1500 Fans in Bochum einen legendären Abend.

Legenden machen sich im Ruhrcongress gemeinhin rar. Am Samstagabend standen gleich zwei Künstler auf der Bochumer Bühne, die Musikgeschichte geschrieben haben. Gitarrist und Sänger Tony Hicks (74) und Schlagzeuger Bobby Elliott (77) starteten mit den Hollies eine Zeitreise in die 60er und 70er Jahre.

1962 gründeten sich die Hollies (der Bandname gilt als Hommage an Buddy Holly) in Manchester. 1963 stiegen Hicks und Elliott ein und zählen somit wenn nicht zu den Gründungsmitgliedern, so doch zu den Urgesteinen der Popband, die allein bis 1970 20 Hits in den britischen Top 20 landete.

Auch nach 56 Jahren weit weg von Routine

Fast alle präsentieren die Hollies auf ihrer aktuellen Tournee: zur Freude der 1500 Besucher im Ruhrcongress, die für 120 bewegende Minuten zurück in ihre Kindheit und Jugend katapultiert werden. „Carrie Anne“, „Bus Stop“, „Jennifer Eccles“, „Sorry Suzanne“: Mal lauthals, mal in stiller Melancholie werden die Klassiker mitgesungen, mitgesummt. Hicks, Elliott und ihre vier Neu-Hollies sind dabei weit weg von Routine. Zwar scheinen ihre häufig an die Beatles erinnernden Kompositionen ebenso aus der Zeit gefallen zu sein wie ihr 60er-Outfit mit Schlips und Kragen und der Hollies-typische (wenn auch nicht mehr ganz so perfekte) Harmoniegesang. Und doch sind die Songs zeitlos, intoniert und interpretiert mit spürbarer Spielfreude, stimmlich stark in Szene gesetzt von Peter Howarth, der den Original-Sänger Allan Clarke seit 2004 ersetzt.

Zwei der schönsten Balladen der Pop-Historie markieren den Höhepunkt: „He ain’t heavy, he’s my brother“ und „The Air that I breathe“ aus der Feder von Albert Hammond, der letzte große Hollies-Hit 1974. Das Publikum ist ergriffen, schwelgt in Erinnerungen, wischt sich manches Tränchen aus dem Auge – und rockt bei „Long cool Woman in a black Dress“ als Zugabe nochmal richtig ab.

Ein mitreißender, ein legendärer Abend.

WAZ-Wertung: 5 Sterne

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