Kommentar

K.I.C.K. muss weiterleben

WAZ-Kulturredakteur Jürgen Boebers-Süßmann.

WAZ-Kulturredakteur Jürgen Boebers-Süßmann.

Foto: WAZ

Bochum.  Die Kunstkirche Christ König schließt in diesem Sommer. Das Konzert sollte aber unbedingt fortgeschrieben werden.

Die Kunstkirche Christ König wird es nicht mehr geben. Das ist bedauerlich, denn das Projekt hat starke Akzente gesetzt. Dass Bochum & Kunst mehr Außenwirkung zeitigen, daran hatte K.I.C.K. einen Anteil. Die teils spektakulären Installationen haben immer wieder Gäste auch von außerhalb gelockt.

Behutsame Umnutzung

Das K.I.C.K.-Konzept passte vor zehn Jahren gut in die Zeit. Das Bistum suchte nach Akzenten fürs Kulturhauptstadtjahr; vor allem stand und steht das Bistum vor der Frage: was tun mit all den aufgelassenen Kirchen? Radikal-Abriss gegen massiven Widerstand der Gemeinden, wie bei Vierzehnheiligen in Weitmar? Oder behutsame Umnutzung, die auch jene mitnimmt und wieder einfängt, die von „ihrer“ Kirche enttäuscht sind oder waren.

Nicht immer einfach

Die Kunstkirche ist, wie manch’ anderes ehemalige Gotteshaus zwischen Dortmund und Duisburg, diesen Weg gegangen. Er war erfolgreich, weil „Kultur“ ein Wert ist, der direkt auf die Menschen zielt, ihren Austausch fördert und sie mit einer Welt versöhnen kann, die nicht immer einfach zu sein scheint. Und damit nicht so weit von Religion und Glauben entfernt ist, wie man zunächst denkt.

Anspruch genug also, um über eine K.I.C.K.-Nachfolge nachzudenken. Auch im verkleinerten Rahmen wäre dieses Konzept sehr wohltuend. Nicht nur für Bochum.

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