BoSy vor Ort

Klangvolles Stadtteilkonzert im Saalbau Spitz

Diehohe Kunst des Streichquartetts zelebrierten Ismene Then-Bergh, Iwona Gadzala (Violinen), Marko Genero (Viola) und Christof Kepser (Cello) bei ihrem Vortrag von W.A.Mozarts „Preußischem“ Quartett D-Dur.

Diehohe Kunst des Streichquartetts zelebrierten Ismene Then-Bergh, Iwona Gadzala (Violinen), Marko Genero (Viola) und Christof Kepser (Cello) bei ihrem Vortrag von W.A.Mozarts „Preußischem“ Quartett D-Dur.

Foto: Svenja Hanusch

Stiepel.  Auf ihre Tour durch Bochum erfreuen die Symphoniker 150 Klassikfans in Stiepel. Außer Komponisten wie Mozart und Webern gab es noch einen „Star“.

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Normalweise kommen die Klassikfans zu den Bochumer Symphonikern – bei „BoSy vor Ort“ ist es umgekehrt. Hier kommt das Orchester zu seinen Zuhörern. Zurzeit sind die BoSy wieder unterwegs. Mit dem Haus Spitz stand am Mittwoch eine Spielstätten-Premiere in Stiepel auf dem Programm.

Der urtümliche Saalbau bot schon äußerlich einen ungewöhnlichen Rahmen für die Musiker/innen, die sich auf der hauseigenen Bühne mit verschiedenen Formationen und Instrumenten vorstellten. Die Programmfolge bot Schmankerl vom 18. bis zum 21. Jahrhundert, wobei die 150 Besucher gleich zu Beginn unterhaltsam überrumpelt wurden.

Denn sein „Duo für Flöte und Pauke“ (2018) hat der Komponist Moritz Eggert den Orchestermitgliedern Martina Overlöper (Flöten) und Arend Weitzel (Pauken) auf den Leib geschneidert. In einem fulminanten Zwiegespräch lieferten sich die zarten Flöten und das mächtige Schlagwerk ein klangliches Katz- und Mausspiel, das nur einen Sieger kannte: den Humor! Overlöper und Weitzel meisterten die vertrackte Komposition mit leichter Hand und hoch konzentriert zugleich.

Akustik des alten Saalbaus überzeugt

Mit Werken von Mozart, Leclair und Penderecki ging es weiter, wobei man zunehmend nicht nur über die Kunstfertigkeit der Musiker, sondern auch über die Akustik des alten Saalbaus ins Schwärmen geraten konnte. Noch auf den hinteren Plätzen war der Klang vorzüglich, zumal bei Anton Webers Streichquartett „Langsamer Satz“ (1905) war das zu spüren; der Höhepunkt des Abends.

Nicht nur, dass Esiona Stefani und Jiwon Kim (Violinen), Aliaksandr Senazhenski (Bratsche) und Philipp Willerding-Bach (Cello) Weberns schillerndes Klanggewebe mit viel Einfühlungsvermögen aufspannten: der Raumklang spielte noch die feinsten Nuancen und behutsamsten Übergänge dieser zerbrechlichen Komposition zwischen Spätromantik und Moderne betörend zurück. Das war ein Fest des Hörens!

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