Klimaschutz

Klimanotstand: Grüne weisen Populismus-Kritik zurück

Dachbegrünungen wie hier auf einer Großbäckerei im Gewerbepark Holland gehören zu den Zielen des Umweltschutzes in Bochum.

Dachbegrünungen wie hier auf einer Großbäckerei im Gewerbepark Holland gehören zu den Zielen des Umweltschutzes in Bochum.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Grünen wehren sich bei der Debatte ums Thema Klimanotstand gegen den Vorwurf, man sei populistisch. Den Wählern sei Klimaschutz sehr wichtig.

Die Grünen im Rat weisen die von der SPD in der WAZ geäußerte Kritik zurück, die Ausrufung des Klimanotstands sei populistisch. Grünen-Fraktionschef Manfred Preuß sagte am Freitag: „Wenn wir in Bochum wie in anderen Städten den Klimanotstand ausrufen, ist das ein Signal an alle die Leute, die freitags auf die Straße gehen. Das sind in Bochum Hunderte. Und es sind Hunderttausende in Deutschland sowie in über 120 Ländern. Wir geben ihnen klar zu verstehen, dass wir die Risiken des Klimawandels ernst nehmen. Wer das populistisch nennt, der hat offenbar nicht realisiert, dass Klimaschutz bei vielen Wählerinnen und Wählern ein sehr wichtiges Thema ist.“

„Ich denke nach wie vor, dass Bochum einen Klimanotstand ausrufen sollte“

Das Thema Klimanotstand wird im Umweltausschuss am 13. Juni verhandelt. „Natürlich werden wir intensiv über das Thema sprechen“, sagt Ausschussvorsitzende Martina Schmück-Glock (SPD) am Freitag. „Ich denke nach wie vor, dass Bochum einen Klimanotstand ausrufen sollte. Allerdings darf er nicht zum Schlagwort verkommen.“ Es müssten sich konkrete Aktionen anschließen, und das gehe nur mit Unterstützung der Verwaltung. So vermeide man es, „Maßnahmen zu fordern, an denen die Verwaltung bereits arbeitet“. Die Grünen hatten kritisiert, dass die SPD erst eine Anfrage an die Verwaltung gestellt habe und nicht direkt den Klimanotstand ausrufen wolle.

WAZ-Leser stellte Antrag zum Ausrufen eines Klimanotstandes

Die Debatte ist auch auf Anregung von WAZ-Leser Jens Lenser aus Bochum entstanden. Er hatte im März bei der Stadt Bochum das Ausrufen eines Klimanotstandes beantragt. „Ich halte es für notwendig, dass das Thema mehr in die Öffentlichkeit kommt. In Deutschland wird zu wenig für den Klimaschutz getan. Es wird zu viel Zeit vergeudet in politischen Streitigkeiten“, sagte er am Freitag der WAZ.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben