Tiere

Leinenpflicht für Hunde in Bochumer Parks wird oft ignoriert

Kristina Rüdiger im Schlosspark in Weitmar.Ist ein Hund angeleint wie auf diesem Foto, kann nicht viel passieren.Foto:Jürgen Theobald

Kristina Rüdiger im Schlosspark in Weitmar.Ist ein Hund angeleint wie auf diesem Foto, kann nicht viel passieren.Foto:Jürgen Theobald

Bochum.  Eigentlich mag Kristina Rüdiger Hunde. Aber wenn sie unangeleint auf sie zustürmen, gibt es Probleme. Das bekommt auch die Polizei zu spüren.

Kristina Rüdiger war immer eine Hundefreundin und ist es auch heute noch. Früher hatte sie sogar selbst einen Hund. Aber etwas hat sich im Laufe der Jahre für sie verändert: Weil viele Hunde trotz Anleinpflicht frei durch Parks und Grünanlagen laufen und gleichzeitig andere Parkbesucher belästigen, ankläffen oder gar angreifen, fühlt sie sich dort oft nicht mehr wohl.

Es sei in letzter Zeit „immer häufiger zu beängstigenden Szenen“ gekommen, „meist mit kleinen Hunden“. „Obwohl ich manches Mal nur regungslos auf der Bank saß und las, stürmten unversehens wütend bellende Hunde auf mich zu, blieben kurz vor mir stehen und fletschten die Zähne oder bissen mir sogar in meine Schuhe und Hosenbeine. Und wenn ich versuchte, sie abzuwehren, schnappten sie nach meinen Händen. Die Besitzer waren entweder weit entfernt oder nicht sonderlich beeindruckt von den Angriffen ihrer Tiere“, schildert die Sozialwissenschaftlerin. „Die Hundehalter scheinen überhaupt keine Konsequenzen daraus zu ziehen.“ Einige würde am nächsten Tag erneut ihren Hund frei herumlaufen lassen.

Probleme bereiten meisten die kleinen Hunde

Kristina Rüdiger will nicht missverstanden werden: „Ich finde freilaufende Hunde super. Sie sollen ja laufen und rennen können.“ Aber die Halter sollten sicherstellen, dass sie Menschen oder auch andere Hunde nicht attackieren, zum Beispiel mit Hilfe einer Hundeschule. Außerdem: „Vor großen Hunden habe ich fast gar keine Angst, da bin ich meistens tiefenentspannt. Es sind die kleinen Hunde, die aggressiv auftreten.“ Dieses Problem habe zugenommen.

Grundsätzlich gilt im Stadtgebiet eine Leinenpflicht. Ausnahme sind ausgewiesene Hundewiesen. Wie Stadtsprecherin Charlotte Meitler auf Anfrage mitteilt, würden Parkanlagen und Kleinwälder regelmäßig kontrolliert und hierbei natürlich auch auf die Anleinpflicht geachtet. Bei besonderen Anlässen, etwa bei Beschwerden, finden Schwerpunktaktionen statt, teilweise auch mit einem Bezirksbeamten der Polizei. Beschwerden gebe es, weil einige Park- und Waldbesucher sich von Hunden belästigt oder sogar bedroht fühlten oder anderen Tiere von Hunden gejagt würden.

Es droht Verwarngeld bis zu 55 Euro

Je nach Örtlichkeit ist ein Verwarngeld in Höhe von 35 bis 55 Euro fällig, wenn der Hund frei herumläuft. „Hinzu kommen eine Vielzahl von Belehrungen und im Einzelfall auch schon mal die Einleitung eines Bußgeldverfahrens, das dann die Höhe von 55 Euro übersteigt“, so die Stadt. Gleichzeitig stellt die Stadt aber auch klar: „Es gibt natürlich viele Hundehalter, die ihre Tiere anleinen und sich auch ansonsten rücksichtsvoll gegenüber Spaziergängern oder Joggern verhalten.“

Bei der Polizei Bochum gehört das Thema Hunde zum Alltag. Bis Ostern hat die Behörde (mit Herne und Witten) 28 Fälle von Hundebissen aufgenommen. Rechtlich handelt es sich um fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung. Im Januar wurden zum Beispiel ein Paketzusteller in Bochum von einem Dackel gebissen und ein Fußgänger von einem unangeleinten Hund in den Oberschenkel.

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