I-Dötzchen

Mehr Schüler: Grundschulen in Bochum vor Herausforderung

Der Start ins Schulleben könnte mancherorts zu einem Hindernislauf werden. Unser Foto entstand beim diesjährigen Westpark-Lauf für Grundschulen.

Der Start ins Schulleben könnte mancherorts zu einem Hindernislauf werden. Unser Foto entstand beim diesjährigen Westpark-Lauf für Grundschulen.

Foto: TV Wattenscheid 01

Bochum.  Die Zahl der Grundschulkinder steigt in Bochum kontinuierlich an. An Schulen werden Erweiterungsbauten geplant oder Container aufgestellt.

Die Zahl der Grundschulkinder steigt in Bochum mittlerweile wieder kontinuierlich an. Das stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Im Einschulungsjahrgang 2019/2020 gab es 2902 I-Dötzchen, 2018/2019 waren es 2757. Nach aktuellem Stand (9. Oktober) geht die Stadtverwaltung für das kommende Schuljahr 2020/2021 sogar von 3021 Erstklässlern für die 42 Bochumer Grundschulen aus.

Erst nach Abschluss des Anmeldeverfahrens im März des kommenden Jahres aber kann die Stadt als Schulträger konkret auf den endgültigen Bedarf reagieren. Dann stehe jeweils fest, wie sich die Lernanfänger auf die einzelnen Schulen im Stadtgebiet verteilen.

Kurze Beine – kurze Wege

Ein Grund für die aktuellen Probleme sind die massiven Schulschließungen der vergangenen Jahre gekoppelt mit den steigenden Schülerzahlen. So hatte sich 2011 etwa der Verband Bildung und Erziehung (VBE) massiv gegen die Schließung von Schulen gewandt. Die griffige Formel hieß damals, „Kurze Beine – kurze Wege“. Die sinkenden Grundschülerzahlen haben damals die Städte veranlasst, Standorte aufzugeben oder Schulen zusammen zu legen. Das führt heute dazu, dass zum Teil Provisorien geschaffen werden müssen.

Mit Beginn des aktuellen Schuljahrs in diesem Sommer wurde an der Emil-von-Beering-Schule in Hofstede an der Rastenburger Straße bereits eine zusätzliche Eingangsklasse eingerichtet, die in einem Klassenraumcontainer untergebracht wird. Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung wird die Stadt weiteren zusätzlichen Schulraum an Grundschulen durch Erweiterungsbauten schaffen.

Reduzierung der Grundschulen auf 42

Erkannt wurden mögliche Probleme durch steigende Schülerzahlen schon bei der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes (2018 bis 2022). Damals wurden bereits sieben Grundschulstandorte mit insgesamt acht Klassenraum-Modulen erweitert. Dabei handelte es sich um die Gertrudisschule und die Grundschule Leithe (beide Wattenscheid), die Vels-Heide-Schule, die Frauenlobschule, die Amtmann-Kreyenfeld-Schule, die Bunte Schule und die Schule Am Volkspark.

Bis zum Schuljahr 15/16 war die Zahl der Grundschüler in Bochum auf insgesamt 10.447 gesunken. Seit 16/17 steigen die Zahlen, vor allem bedingt durch den Zuzug von Flüchtlingen, wieder an. Im Schuljahr 17/18 waren es bereits 10.905 Kinder. Zwischen den Jahren 2008 und 2018 wurde in Bochum die Zahl der Grundschulen von 61 auf 42, allerdings aufgrund der Schulverbünde auf 49 Standorte reduziert.

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