Intensivpädagogik

Neue „Werk-Statt-Schule“ soll wieder Lust aufs Lernen machen

Verhaltensregeln für die „Werk-Statt-Schule“.Sie hängen an der Wand. Foto:Ingo Otto

Verhaltensregeln für die „Werk-Statt-Schule“.Sie hängen an der Wand. Foto:Ingo Otto

bochum.   Die Mansfeld-Förderschule hat die „Werk-Statt-Schule“ gegründet. Damit sollen Jungen, die ihr sonst verloren gehen könnten, gehalten werden.

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An einem Tag geht es ins UCI-Kino, am nächsten zum Geo-Caching an den Kemnader See, am nächsten zum Schwimmen, wieder an einem steht aber auch Deutsch, Mathe und Englisch auf dem Stundenplan. Dies ist ein Programmausschnitt aus der neuen „Werk-Statt-Schule“ in der Hustadt.

Dort werden seit November ‘17 fünf Bochumer Schüler im Alter zwischen elf und 13 Jahren unterrichtet. Aufgrund persönlicher aktueller Krisen oder anderer schwieriger Lebensumstände drohen sie dem Schulbetrieb abhanden zu kommen. „Werk-Statt-Schule“ soll dafür sorgen, dass sie bei der Stange bleiben und nicht komplett verloren gehen. Denn theoretisch sind sie ganz normal leistungsfähig.

„Intensivpädagogisches Förderkonzept“

Die fünf jungen Bochumer gehören zur 100 Schüler zählenden Mansfeld-Schule in Langendreer, einer Förderschule im Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“. Dort werden Schüler unterrichtet, die vorübergehend nicht im „gemeinsamen Lernen“ der weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I gefördert werden können, wie die Schule erklärt. Sie unterrichtet vorrangig in den Hauptschulrichtlinien, verfügt aber auch über ein „intensivpädagogisches Förderkonzept“. Und dieses wurde nun um die „Werk-Statt-Schule“ ausgeweitet. Das Schulamt, der Schulträger, die Jugendhilfe und die AWO halfen dabei mit.

Anderthalb Jahre Schule geschwänzt

Bei den fünf Schülern des Projektes handelt es sich um Jungen mit einem besonderen Förderbedarf. Sie waren entweder gar nicht mehr zur Schule gegangen (einer sogar anderthalb Jahre nicht) oder haben den Unterricht massiv gestört. In der „Werk-Statt-Schule“ kümmern sich jetzt ein Sonderpädagoge sowie der AWO-Sozialarbeiter Ken-Michael Neusser um sie. „Die Schüler gehen gerne hierhin“, sagt er. Früher sei er schon mal beleidigt worden. Heute aber würde er mittlerweile mit „Herr Neusser“ angeredet. Er betont: „Es ist harte Arbeit.“

Die „Schule“ ist nicht im Gebäude der Mansfeld-Schule untergebracht, sondern im AWO-Jugendfreizeithaus „Hu-Town“ am Hu-stadtring. Dort stehen ein Musikstudio, eine Küche sowie Sport- und Freizeitgeräte bereit. Unterrichtet wird nicht immer in den üblichen 45-Minuten-Blöcken, sondern fächerübergreifend und „handlungsorientiert“ immer von 8.30 bis 13 Uhr. „Wir sind sehr viel draußen“, heißt es. Zum Beispiel bei einer mehr als 30 Kilometer langen Radtour zu einem externen Lernort kann die emotionale und soziale Persönlichkeit gestärkt werden. Auch das ist das Ziel dieses Projektes.

Ziel ist aber natürlich auch, dass alle Schüler nach spätestens sechs Monaten wieder in ihre Stammklasse der Mansfeld-Schule zurückkehren, in Ausnahmefällen nach einem Jahr.

>>> Platz für maximal acht Schüler

  • Die Maßnahme in der „Hu-Town“ ist für maximal acht Schüler konzipiert und zunächst auf insgesamt zwei Jahre befristet.

  • Welcher Mansfeld-Schüler in die „Werk-Statt-Schule“ kommt, entscheiden alle beteiligten Lehrkräfte und die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten der Schüler.

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