Kirchen-Orgel

Orgel in der Lukaskirche bekommt historischen Klang zurück

Der „neue“ Spieltisch der Sauer-Orgel wird per Kran auf die Empore der Lukaskirche Altenbochum gehoben.

Der „neue“ Spieltisch der Sauer-Orgel wird per Kran auf die Empore der Lukaskirche Altenbochum gehoben.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Altenbochum.  Die Wilhelm-Sauer-Orgel in der Lukaskirche in Altenbochum wird aufwändig saniert. Jetzt schwebte der „neuen“ Spieltisch auf die Empore.

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Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Orgeln in der Stadt, die älter waren als die Wilhelm-Sauer-Orgel von 1899 in der Lukaskirche der evangelischen Gemeinde Altenbochum-Laer. Inzwischen ist diese „Königin der Instrumente“ das letzte noch erhaltene zwei-manualige Instrument der historischen Orgelbaufirma in ganz Westfalen und die älteste evangelische Orgel in der Stadt. Die Orgel bekam nun einen „neuen“ Spieltisch.

Dieser Tisch von 1902 fuhr per Möbelrollwagen ein. Mit Hilfe eines Krans schwebte er durchs Kirchenschiff zum Platz auf der Orgelempore. Die Mitarbeiter der Orgelwerkstatt Christian Scheffler (Jacobsdorf, Brandenburg) Christin Egbers und Gunnar Schmid nahmen ihn dort in Empfang. In den nächsten Tagen werden die beiden den Spieltisch einbauen.

Luft steuert die Orgel

„Wir schließen ihn zunächst am Standort an“, berichtet Tischlerin Egbers, die die Holzarbeiten übernimmt. Die Aufgabe von Orgelbaumeister Schmid liegt darin, alle Zuleitungen zu den 30 Spielregistern zu befestigen. Dazu gehört vor allem das Verlöten der gerade mal elf Millimeter dünnen Bleirohre für die Luftzuführung. Das ist das Besondere dieser Orgelbauart: Anstatt elektrischer oder mechanischer Steuerung öffnet und schließt Luft die Ventile der einzelnen Orgelregister.

90 Prozent der ursprünglichen Leistung sind bald wieder zu hören

„Wir bringen die Orgel technisch zum Spielen“, sagt der 59-Jährige Fachmann. Seit August beschäftigte er sich mit deren originalgetreuer Aufarbeitung. Ein zweites Team der Firma kümmert sich um die Feinarbeiten im Instrument. „Sie bringen die Orgel wieder im historischen Klang von 1899 zum Klingen“, freut sich Ulrich Wicking, Vorsitzender der Stiftung Lukaskirche. „Etwa 90 Prozent der ursprünglichen Orgelleistung werden dann zur Verfügung stehen.“

In 2020 kommen durch Feinarbeiten die fehlenden zehn Prozent dazu. Wicking beschäftigt sich seit Frühsommer 2018 mit dem Spieltisch. „Unser Orgelfachmann berichtete der Gemeinde damals, dass der alte Tisch durch Mängel nicht mehr instand zu setzen sei“, erinnert er sich. Die hinzugezogenen Orgelfachleute sahen das ebenso. „Glücklicherweise konnten wir als Stiftung diesen original Sauer-Spieltisch erwerben. Dieser stand bis 1978 in der evangelischen Kirche Tönning (Schleswig-Holstein). Seitdem lagerte er in Hamburg und dann in Endigen, Kaiserstuhl, ein“, so der Stiftungsvorsitzende weiter.

Stiftung war eigentlich blank

Dieser Tisch war jedoch durch falsche Lagerung ebenfalls sanierungsbedürftig. Die Stiftung hatte eigentlich kein Geld mehr für das Projekt. Durch die Kirchensanierung bis Frühjahr 2017 war sie blank. Die Landeskirche von Westfalen erlaubte durch eine Freigabe, die nötigen 88.000 Euro aus dem Stiftungsstock zu entnehmen. Sie müssen binnen fünf Jahre wieder eingezahlt werden.

Orgel soll Weihnachten wieder erklingen

Wicking: „Die Investition lohnt sich. Die Anschaffung eines originalgetreuen Nachbaus zu einem späteren Zeitpunkt hätte uns aufgrund des Denkmalschutzes rund 120.000 Euro gekostet. Zu Weihnachten erklingt die Orgel wieder mängelfrei.“

Um den Stock wieder aufzufüllen, benötigt die Stiftung Spenden: Stiftung Lukaskirche Sparkasse Bochum, IBAN: DE58 4305 0001 0042 4344 15. BIC: WELADED1BOC, Stichwort “Orgelreparatur“.

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