Ehrenfeld

Parkwärterhäuschen soll Stadtteiltreff werden

Friedhelm Lueg (links) und Dr. Dietmar Bleidick vor dem alten Parkwärterhäuschen am Rechener Park.

Friedhelm Lueg (links) und Dr. Dietmar Bleidick vor dem alten Parkwärterhäuschen am Rechener Park.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Bochum.  Der Historische Verein Ehrenfeld möchte die gammelige „Bude“ an der Königsallee am Eingang zum Rechener Park renovieren und neu nutzen. Umbau kostet 45.000 Euro.

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Heimatgeschichte ganz praktisch betreiben, das möchte der Historische Verein Ehrenfeld: Das gammelige Parkwärterhäuschen am Eingang zum Südpark soll bald wieder in alter Pracht erstrahlen.

Wer die Königsallee stadtauswärts fährt, kommt in Höhe Farnstraße zwangsläufig an dem direkt gegenüber der Graf-Engelbert-Schule gelegenen Häuschen vorbei. Viel Wiedererkennungswert bietet der Bau indes nicht: mit Graffiti voll gekritzelt, von Wildkraut überwuchert, dämmert die „Bude“ dem Abriss entgegen. Drinnen sieht es nicht besser aus: Staub, Schimmelpilz und Spinnweben haben die Räume erobert, stockfleckige Stühle und Spinde zeugen von einstiger menschlicher Besiedelung. Auf dem Boden liegt eine Zeitung, Jahrgang 1991. So lange ist hier wohl schon keiner mehr drin gewesen.

„Das Gebäude steht auf Abriss, das wollten wir so aber nicht akzeptieren“, sagen Dietmar Bleidick und Friedhelm Lueg vom Historischen Verein Ehrenfeld. Es täte (nicht nur) den beiden in der Seele weh, wenn das über 100 Jahre alte Gemäuer einfach vom Erdboden verschwände. Schließlich erzählt es über seine eigene Geschichte hinaus auch die des Ehrenfeldes und des Südparks.

Tatsächlich ist das Parkwärterhäuschen eines der ältesten Gebäude im Ehrenfeld, das ab 1904 als bürgerlicher Stadtteil erschlossen wurde. „Dazu gehören der Ausbau der Königsallee mit einer Straßenbahnlinie sowie die Umgestaltung des Rechener Waldes zu einem Park“, erläutert Bleidick.

Einst mit Straßenbahnhaltestelle

Zwischen 1905 und 1910 wurde im Park das heute noch vorhandene Wegenetz angelegt. Das Gelände wurde mit Mauern und Zäunen eingefasst, die Eingänge erhielten teils aufwändig gestaltete Tore. An der vorläufigen Endstelle der Straßenbahn — die auf dem historischen Foto rechts zu sehen ist – entstand eine Toranlage, die mit einem Parkwärterhäuschen kombiniert war, das gleichzeitig als überdachte Haltestelle fungierte. „Die Parkwärter beaufsichtigten den Park und sorgten für die Einhaltung der Schließzeiten bei Sonnenauf- und untergang“, sagt Bleidick.

Didaktische und kulturelle Angebote

Das Häuschen wurde im Krieg teilweise zerstört, in den 1950er und 1960er war hier ein Kiosk heimisch, bis Anfang der 1990er Jahre diente es den Mitarbeitern des Grünflächenamts als Betriebsstätte. Seitdem verfällt es. „Die Bausubstanz ist aber noch überraschend gut“, sagt Friedhelm Lueg. Das habe den Verein ermuntert, seinen Plan nun anzugehen. Das Häuschen soll renoviert und in einen Info-Point der Ehrenfelder Geschichte umgestaltet werden, mit Vitrinen, alten Fotos, Karten, Devotionalien von früher. Als Stadtteiltreff/Stadtteilmuseum soll das Parkwärterhäuschen den Austausch der Bürger sowie der Schüler aus den zahlreichen Schulen im Umfeld des Parks ermöglichen. „Entsprechende didaktische und kulturelle Angebote sind Teil unseres Konzepts“, so Bleidick.

Private Finanzierung

Das Ganze soll/muss privat finanziert werden, die Stadt gibt kein Geld. Eine Anschubfinanzierung ist in trockenen Tüchern, nun bittet der Historische Verein um Bürger-Spenden (siehe Kasten). Allein aufs Ehrenfeld bezogen bleibt das Häuschen nicht: „Das Parkwärterhäuschen am Rechener Park an der Königsallee ist in Bochum stadtbekannt“, steht für Dietmar Bleidick und Friedhelm Lueg fest.

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