Grillen

Politik will Grillzone am Ümminger See nun stark verkleinern

Auch an Karfreitag schmissen Menschen

Auch an Karfreitag schmissen Menschen

Foto: Dietmar Wäsche

bochum-Langendreer.  SPD und Grüne im Bezirk Ost beantragen, eine kleine Fläche für Grills zu pflastern. Auf dem größten Teil der Wiese soll Grillverbot herrschen.

Mit einem neuen Vorschlag hoffen SPD und Grüne im Bezirk Ost, die hitzige Debatte um die Auswüchse des Grillens am Ümminger See zu entspannen. Sie fordern in einem Dringlichkeitsantrag, die Bochumer Sicherheitsverordnung so zu ändern, dass am Ümminger See künftig Grillen nicht mehr erlaubt wird – mit Ausnahme zweier Flächen, 1,50 mal 5 Meter groß.

Diese sollen gepflastert werden und böten Plätz für etwa 20 Grills; der Abstand zu den Bäumen bliebe gewahrt. Die Menschen könnten sich weiterhin auf der Wiese ausbreiten.

Kontrollen müssen bleiben

Ende März war der Andrang auf den Wiesen so groß, dass die Lage aus dem Ruder gelaufen war.

Dirk Meyer, SPD-Fraktionschef: „Da waren über 1000 Leute. 1,3 Tonnen Müll waren die Konsequenz, vom Parkchaos und zugestellten Rettungswegen ganz zu schweigen.“ Spontan forderten daraufhin die SPD in der Bezirksvertretung Ost und Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) ein striktes Grillverbot. Dem folgte auch die CDU-Fraktion in der letzten Ratssitzung per Dringlichkeitsantrag, der aber zurück an den Umweltausschuss und die Bezirksvertretung verwiesen wurde. CDU-Fraktionschef Christian Haardt warf SPD und Grünen daraufhin vor, das Verfahren zu verschleppen.

Nun sieht die Koalition im Osten gute Chancen, die Lage zu entschärfen, „eher, als ein striktes Verbot dies zuließe“, sagt Dirk Meyer. Gemeinsam mit Detlef Kühlborn (Grüne) ließ er sich durch Vertreter von Polizei, Grünflächen- und Ordnungsamt und den Technischen Betrieben vor Ort über mögliche Lösungen informieren.

„Fest steht, dass auch unsere Idee des eingeschränkten Grillens nicht ohne Kontrollen durchsetzbar ist“, sagt Meyer. Um aber die Chancen zu erhöhen, schlägt die Koalition vor, die Grünflächen am See ökologisch aufzuwerten. „Wir regen an, die Wiese auf einem breiten Streifen am Wasser nicht mehr zu mähen, und später Blumen, Hecken und Bäume anzupflanzen. Dort kann dann nicht mehr gegrillt werden“, so Meyer.

Zusätzlich könnten Spielelemente integriert werden wie Baumstämme zum Balancieren oder in den Boden eingelassene Trampolins, ergänzt Kühlborn.

Für die Pflasterung der Stellfläche für Grills soll der Bezirk Ost bis zu 10.000 Euro aus eigenen Mitteln bereitstellen, dies wollen SPD und Grüne noch beantragen.

Was die Finanzierung der ökologischen Verbesserungen angeht, hofft Meyer auf die Förderzusagen für die „Grüne Infrastruktur Ümminger See“, im Rahmen dessen sieht er gute Chancen. Detlef Kühlborn: „Wir könnten auch lokale Akteure mit ins Boot holen, wie etwa die Gruppe ,Urban Gardening’.“

Zudem regt er an, mit dem Verein Ronak, gegründet von kurdischen Flüchtlingen aus Syrien, das Gespräch zu suchen. Dieser hatte eine Teilschuld eingeräumt, nachdem ein geplantes Neujahrsfest abgesagt worden war und viele Gäste stattdessen zum Ümminger See gefahren waren.

Zuletzt hatte die Ratsfraktion FDP & Stadtgestalter vorgeschlagen, feste Plätze nur auf Antrag eines Grillscheins zu vergeben, um ein Verbot zu vermeiden.

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