Ermittlungen

Rentner auf Friedhof erschossen: Ermittlungen dauern an

Nach dem Schuss suchte die Polizei auf dem Friedhof nach Spuren.  

Nach dem Schuss suchte die Polizei auf dem Friedhof nach Spuren.  

Foto: Justin Brosch

Bochum.  Weiterhin ungeklärt ist der tödliche Schuss eines Polizisten auf einen Rentner auf einem Friedhof. Die Ermittlungen gegen zwei Beamte dauern an.

Drei Monate nach dem Tod eines 77-Jährigen auf dem Friedhof an der Kirchharpener Straße in Gerthe laufen die Ermittlungen gegen zwei Polizeibeamte weiter. Es habe einige Zeit gedauert, bis man auf dem Gelände das gesuchte Projektil aufgespürt habe, sagte ein Sprecher der Polizei in Essen.

Das Landeskriminalamt erarbeite derzeit ein ballistisches Gutachten. Das könne noch bis Ende August dauern. Es werde auch als Grundlage für weitere Zeugenvernehmungen benötigt.

Tödlicher Schuss in die Schulter

Am Gründonnerstag war die Polizei zu dem Friedhof gerufen worden, weil ein Unbekannter in Begleitung einer Frau mit einem scharfen Gewehr aufgefallen war. Beim Einsatz trafen zwei Beamte auf den 77-Jährigen. Es soll plötzlich zu einer Bedrohungssituation gekommen sein, der bewaffnete Senior wurde an der Schulter getroffen. Eine Polizistin behandelte die stark blutende Wunde bis zum Eintreffen der Sanitäter. Der Mann starb zwei Tage später.

Er hatte eine Jagderlaubnis, die unter engen Voraussetzungen auch für den Friedhof galt, wie sich später ergab. Bei der Essener Polizei - sie ermittelt aus Neutralitätsgründen in Bochum - hieß es, man gehe von nur einem Schuss aus. Wer von den beiden Beamten ihn abgegeben habe, solle das LKA-Gutachten zeigen. Die Polizisten hätten dazu bisher geschwiegen. Ermittelt werde „wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder wegen Totschlags“.

Weiterer Verfahren nach tödlichen Polizeischüssen wurde eingestellt

Bereits im Juni ist das Verfahren wegen eines zweiten, ähnlichen Falles von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Im vergangenen Dezember war an der Velsstraße in Altenbochum ein 74-jähriger Bochumer von einem Polizisten erschossen worden. Die Ermittler gingen von Notwehr aus, weil der Rentner zuvor mit einer täuschend echt aussehenen Revolver-Atrappe auf den Beamten gezielt und auch die Aufforderung, das Ding niederzulegen, nicht befolgt habe. Die Waffe war aber nur ein Feuerzeug, wie sich nach den Schüssen herausstellte.

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