In speziellen Bereichen

Ruhrstadion: Bochumer Liberale für kontrollierte Pyrotechnik

Pyrotechnik sollte kontrolliert in Fußballstadien eingesetzt werden, dafür machen sich die Jungen Liberalen Bochum und die Ratsfraktion „FDP/Stadtgestalter stark. Ausgenommen werden sollen

Pyrotechnik sollte kontrolliert in Fußballstadien eingesetzt werden, dafür machen sich die Jungen Liberalen Bochum und die Ratsfraktion „FDP/Stadtgestalter stark. Ausgenommen werden sollen

Foto: Reinke, Stefan

Bochum.  Der Einsatz kontrollierter Pyrotechnik sollte im Stadion des VfL Bochum möglich sein. Das schlägt die Ratsfraktion FDP/Stadtgestalter vor.

Für den kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik in speziellen Bereichen des Vonovia-Ruhrstadions machen sich die Jungen Liberalen Bochum und die Ratsfraktion „FDP/Stadtgestalter“ stark. „Ich kann mir ein Modellprojekt im Ruhrstadion gut vorstellen“, sagt Ratsmitglied Dennis Rademacher. Er hat eine entsprechende Anfrage an den Rat gestellt.

Die Sicherheit im Stadion müsse, so Rademacher, weiterhin oberste Priorität haben. Geprüft werden könnte aber, ob eine Legalisierung von angemeldeten Rauchfackeln in einem abgegrenzten Stadionbereich umgesetzt werden könnte. Materialein, die unter das Sprengstoffgesetz fallen, wie etwa Feuerwerkskörper, sollten ausgenommen sein.

Stadt solle Akteure an einen Tisch bringen

Rademacher: „Mit der Bochum-Strategie soll unsere Stadt zum Hotspot der Livekultur werden. Dazu gehört nicht nur klassische Musik und Theater, sondern auch das Stadionerlebnis beim VfL.“ Die Stadt solle alle Akteure an einen Tisch bringen und Lösungen ergebnisoffen besprechen.

Der Fanbeauftragte des VfL Bochum, Dirk Michalowski, begrüßt den Vorstoß, die Möglichkeiten kontrollierter Pyrotechnik zu überprüfen. Für Teile der Fußballfans sei das ein ganz wichtiges Thema. „Aber darüber entscheiden nicht Fans und Fanbeauftragter, sondern diejenigen, die für die Sicherheit im Stadion zuständig sind.“

Sollte sie ihre Zustimmung geben, würde er einem Modellversuch zustimmen. „Ich befürchte aber dass das ein ganz dickes Brett wird“, so Michalowski.

Für eine Einschätzungen fehlten Fakten

Zumal es bislang keine eindeutige Position zu den Möglichkeiten des Umgang mit kontrollierter Pyrotechnik gibt. „Bei der Feuerwehr wird das überregional auch diskutiert, sagt Bochums Feuerwehrchef Simon Heußen. Aber für eine Einschätzung fehlten Fakten, wie etwa Antworten auf die Fragen, wie heiß kontrollierte Pyrotechnik werden kann und wie hoch sie fliegt. „Wir können uns das vorurteilsfrei anschauen“, so Heußen. „Mehr kann ich dazu noch nicht sagen.“

Im Namen der Jungen Liberalen wirbt Léon Beck eindringlich für den Vorschlag: „Um Stadien sicherer zu machen, ist Pyrotechnik bereits seit Jahren verboten“, so der JuLi-Vorsitzende in Bochum. „Dies sorgt jedoch eher dafür, dass Pyrotechnik vermummt und im Geheimen in den Blocks gezündet wird. Möchte man die Gefahr von Verletzungen minimieren, so sollte das Abbrennen nicht-explosiver Pyrotechnik in gesonderten Bereichen erlaubt werden.“

Fan-Beauftragter Ralf Michalowski verweist derweil auf erste Erfahrungen mit sogenannter kalter Pyrotechnik aus Skandinavien.

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