Schauspielhaus

Schauspielhaus startet am 3. Oktober in die neue Spielzeit

Intendant Johan Simons erläuterte engagiert sein neues Programm.

Intendant Johan Simons erläuterte engagiert sein neues Programm.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Schauspielhaus eröffnet die neue Spielzeit mit Koltès’ Drama „Quai West“. Der Programmzettel 2019/20 zeigt sich anspruchsvoll.

Mit „Quai West“ von Bernard-Marie Koltès in der Regie von Karin Henkel eröffnet das Schauspielhaus die neue Saison, Premiere ist am 2. Oktober. Bereits eineinhalb Wochen vorher gibt es am Sonntag, 22. September, als Einstimmung auf die Spielzeit 2019/20 ein großes Theaterfest.

Gut besucht war die Pressekonferenz von Intendant Johan Simons gestern im Schauspielhaus-Foyer. Der Andrang weist auf die verstärkte Aufmerksamkeit hin, die das Schauspielhaus erlangt hat, seit der niederländische Theatermacher hier das Kommando führt. Simons betonte, dass er sein erstes Jahr als Erfolg betrachte, dass es aber Luft nach oben gebe: „Das Haus und das Publikum müssen noch besser bekannt werden, damit wir gemeinsam vorankommen“, meinte der 72-Jährige.

Viele Überraschungen

Am grundsätzlichen Konzept wird sich auch in der zweiten Simons-Spielzeit nichts ändern. Nach wie vor wird ein anspruchsvolles Programm mit künstlerisch herausfordernden Produktionen favorisiert, wobei das Experiment ebenso zum Zuge kommt wie die Re-Aktivierung großer Bühnenklassiker. So rückt Shakespeares „König Lear“ im April 2020 ebenso in den Spielplan wie Tschechows „Iwanow“ (Premiere 18. Januar 2020), Strindbergs „Fräulein Julie“ (14.2.20) und Büchners „Woyzeck“ (Frühjahr 2020). Aber man darf auch Überraschungen erwarten, etwa mit einer neuen Inszenierung von „Murmel Murmel“-Regisseur Herbert Fritsch, mit der Aufführung „After Work“, einem Singspiel über die Veränderungen im Ruhrgebiet als „Requiem für den arbeitenden Menschen“ oder dem performativen Liederzyklus „Antibodies/Antikörper“ zur „Feier des alternden Körpers“, für den die so weltbekannte wie umstrittene Musikerin/Performerin „Peaches“ verantwortlich zeichnet.

Das Junge Schauspielhaus bereitet für die neue Spielzeit als Familienstück „Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen“ vor. Nach dem avantgardistischen Weihnachtsopus „Alle Jahre wieder“ rückt mit dem Robotermärchen wieder eine erzählte Geschichte in den Fokus. Verschiedene Musik- und Kunstaktionen runden das dicke Programmpaket fürs nächste Spieljahr ab.

Kommunikation verändern

Simons ging auch auf den Vorwurf ein, ihm „laufe das Publikum weg“, weil sich manche Theatergänger nicht an den neuen Zuschnitt und die ungewöhnliche Programm-Optik gewöhnen können oder wollen. Das stimme so nicht, so Simons, auch wenn gewisse Produktionen wie „Orest in Mossul“ oder die Houellebecq-Abende mehr Publikum verdient hätten. Der Intendant geht davon aus, dass sich die gebotene künstlerische Qualität letztlich durchsetzen wird, räumt aber ein, dass eine „veränderte Kommunikation“ nicht schaden könne. Man denke über vermehrte Publikumsgespräche und Kontakte u.a. zur Ruhr-Uni nach.

Auslastung bei 73 Prozent

Nach WAZ-Informationen liegt die Auslastung des Theaters in der laufenden Spielzeit, Stand jetzt, bei rund 73 % - ein Wert, der ungefähr dem entspricht, der auch in der Vergangenheit bei Intendantenwechseln ablesbar war. Die 1. Saison von Leander Haußmann, heute einer der „Helden der Vergangenheit“, hatte sogar nur 65 % Quote. Die exakten Daten der Auftaktsaison Johan Simons’ will das Schauspielhaus nach Spielzeitende Mitte Juli vorlegen.

Der Abo-Verkauf startet am 24. Mai. Anfang Juli folgt der Vorverkaufsstart für ausgewählte Vorstellungen der Spielzeit 2019/20.

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