Schule

Schuleingangsuntersuchung: Gesundheitsamt hängt hinterher

Bochum.   Bis Ende August müsste das Bochumer Gesundheitsamt alle Kinder untersuchen, die demnächst zur Schule gehen. Das klappt nicht. Es fehlen Ärzte.

Das Gesundheitsamt wird es nicht schaffen, bis zum Schulstart bei allen Schulanfängern die sogenannte Schuleingangsprüfung durchzuführen. Die ist zwingend vor der Einschulung durch die jeweilige Stadt durchzuführen. „Ein paar Hundert Kinder werden es sein“, sagte Dr. Ralf Winter, der Leiter des Gesundheitsamtes. „Uns fehlen die Ärzte, um die Tests bis zum Schulstart durchführen zu können.“ Eingeschult werden können die Kinder aber dennoch.

Anfrage bei der Bezirksregierung

„Wir haben extra eine Anfrage bei der Bezirksregierung gestellt, wie hier die rechtliche Lage ist“, sagte Winter. „Die Bezirksregierung musste zwischen zwei Polen abwägen. Zum einem steht in der Ausbildungsverordnung der Grundschulen, dass die Kinder vorher untersucht werden müssen. Auf der anderen Seite steht das Schulgesetz und das Recht auf Bildung.“ Die Bezirksregierung sieht im Recht auf Bildung das höhere Rechtsgut. Daher ist es möglich, alle Kinder einzuschulen. Die Einschulung findet in diesem Jahr Ende August statt.

Bis dahin wird das Gesundheitsamt nicht mit der Überprüfung fertig sein. Winter: „Zwei von unseren vier Ärztinnen haben uns verlassen und sich beruflich verändert. Da Nachfolgerinnen zu bekommen, ist schwierig. Das Problem im öffentlichen Dienst an dieser Stelle ist die schlechte Bezahlung. Woanders verdienen Ärzte deutlich mehr.“

2015 waren die Personalprobleme bereits ähnlich

Einen ähnlichen Personalengpass im Gesundheitsamt gab es bereits 2015. Auch da gab es einen Ärztemangel im. Winter: „2015 befürchteten wir erstmals, mit den Schuleingangsuntersuchungen bis zum Beginn des Schuljahres nicht fertig zu werden. Aufgrund besonderer Anstrengungen der Mitarbeiterinnen gelang es aber doch, alle Schuleingangsuntersuchungen rechtzeitig abzuschließen. Auch vor vier Jahren sind dann alle Kinder eingeschult worden. Wenn es nun Fälle geben sollte, dass Kinder vielleicht noch nicht so weit sind, um zur Schule zu gehen, dann wissen wir das in den allermeisten Fällen schon. Bereits in den Kindergärten schaut die Stadt ja, ob es Förderbedarfe gibt.“

Zukünftig möchte Winter das Gesundheitsamt bei den Schuleingangsuntersuchungen anders aufgestellt wissen. „Wir sind ja jedes Jahr knapp. Daher wollen wir uns ein Konzept überlegen, wie wir die Ärzte entlasten können. Vielleicht muss ja ein Arzt auch nicht jeden Teil der Untersuchung machen.“

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