Musik

Spielzeit im Schauspielhaus startet mit langer Clubnacht

Die Münchner Musikerin und Performance-Künstlerin Polina Lapkovskaja alias „Pollyester“ begeistert die Besucher beim Ritournelle-Fest.

Die Münchner Musikerin und Performance-Künstlerin Polina Lapkovskaja alias „Pollyester“ begeistert die Besucher beim Ritournelle-Fest.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Bochum.  Bei „Ritournelle“ im Bochumer Theater tanzen die Besucher bis in den frühen Morgen. Sophia Kennedy und der Brite Jon Hopkins werden gefeiert.

Seit Tagen ist er nicht zu übersehen: der riesige Schriftzug in den Fenstern des Schauspielhauses. Und am Samstagabend war es dann endlich soweit, die „Ritournelle“ startete. Neben den ersten Schauspiel-Premieren findet hier erneut die lange Nacht der elektronischen Pop-Musik mit spannenden Acts aus der internationalen Club-Avantgarde statt.

Den Anfang macht Sophia Kennedy. Die Pop-Sensation des vergangenen Jahres startet ruhig, doch nach einigen Stücken nimmt sie Fahrt auf. Ihre Lieder, zuweilen düster und kantig, mit dröhnendem Bass und unerwarteten Sounds sind außergewöhnlich. Sie singt dazu mit einer wunderbaren kraftvollen Stimme, die man so nicht erwartet. Diese Frau ist wirklich ein Juwel und ihre Musik funktioniert nicht nur im Club-Kontext.

Zuschauer sind begeistert von Pollyester

Begleitet wird sie an diesem Abend von Mense Reents (Goldene Zitronen, Egoexpress, Stella). „Sophie Kennedy ist wirklich toll“, meint dann auch ein Besucher gleich nach dem Konzert. Ebenso begeistert sind die Zuschauer von Pollyester. Die Münchner Musikerin und Performance-Künstlerin Polina Lapkovskaja zeigt ihre Solo-Show mit Tänzern. „Eine tolle Performance. So etwas habe ich ehrlich gesagt schon lange nicht mehr gesehen“, sagt ein Gast.

Im Theater herrscht Club-Atmosphäre

Inzwischen ist es voller geworden, während sich am Anfang nur wenige auf der zur Tanzfläche umfunktionierten Bühne tummelten. Überhaupt hat die Technik-Crew wieder ganze Arbeit geleistet, um im großen Haus eine Art Club-Atmosphäre zu schaffen. In den Schnürboden sind Boxen und Scheinwerfer gehängt, Projektionen an den Wänden produzieren faszinierende visuelle Effekte.

Nun folgen zwei Künstler aus der queeren Club-Szene. Wie schon in den letzten Jahren präsentiert die „Ritournelle“ verstärkt stilprägende Musiker aus diesem Kontext. Den Anfang macht „Angel No“ aus Südafrika, die mit ihrer Performance auch politisch auf sich aufmerksam machen will.

Zebra Katz hat das Publikum im Griff

Einer der Höhepunkte des Abends ist aber sicherlich der Auftritt von Zebra Katz, seines Zeichens Star des queeren HipHop. Innerhalb von Minuten hat er die Zuschauer im Griff. Seine Performance ist wild und roh, niemand kann sich seiner Präsenz entziehen. Er tanzt im Publikum, lässt die Menschen nah an sich heranrücken, um dann Sekunden später wieder auf die Bühne zu springen.

Beim Auftritt von Jon Hopkins sind alle in Feierlaune

Als schließlich der „Headliner“ des Abends, der britische Produzent, Remixer und DJ Jon Hopkins nach Mitternacht mit seinem DJ-Set beginnt, sind dann auch alle in entsprechend in Feierlaune. Hopkins arbeitete bereits mit Coldplay, Brian Eno oder Four Tet zusammen. An diesem Abend spielt er ein Set, das die unterschiedlichsten Facetten elektronischer Musik zeigt. Anschließend sind noch das britische Duo Giant Swan und Fam_DJ Tryniti zu erleben. Spätestens jetzt ist klar, dass das Konzept „Ritournelle“ auch in diesem Jahr wieder bestens funktioniert.

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