Schule für Kranke

Stadt Bochum steht weiterhin zur „Schule für Kranke“

Gerd Julius, Leiter der Ferdinand-Krüger-Schule für Kranke in Bochum-Linden neben einem Bild samt Gedenktafel des Namensgebers der Schule im Dachgeschoss der Helios-Klinik in Bochum-Linden.

Gerd Julius, Leiter der Ferdinand-Krüger-Schule für Kranke in Bochum-Linden neben einem Bild samt Gedenktafel des Namensgebers der Schule im Dachgeschoss der Helios-Klinik in Bochum-Linden.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Weiter ist ungewiss, wie es mit „Schule für Kranke“ in Bochum-Linden weitergeht. Die Stadt hat aber neuerlich bestätigt, für neue Räume zu sorgen.

Auf die „Schule für Kranke“ kommen große Veränderungen zu. Der aktuelle Schulleiter Gerd Julius hört zum 31. Juli auf, drei Lehrer aus dem Kollegium ebenso. Das sind ein Drittel des Kollegiums. Immerhin sind alle Stellen bereits neu besetzt. Über allen Personalentscheidungen schwebt die Tatsache, dass die Zukunft der Schule mit Standort neben der Kinder- und Psychiatrie des Helios-Klinikums an der Axstraße weiter ungewiss ist. Die Idee eines Neubaus der Schule auf dem Gelände der Helios-Klinik in Linden scheint kein Thema mehr zu sein. Um den Lehrern die größten Ängste zu nehmen, kam zuletzt Schuldezernent Dietmar Dieckmann zu einem Gespräch vorbei.

Suche nach neuen Partnern

Er konnte das Kollegium zunächst beruhigen. Die Stadt plane nicht, die Schule für Kranke zu schließen, sagte er. „Wir halten im Gegenteil daran fest, dass es neue Räume für diese Schule gibt.“ Das beinhaltet aber auch, dass es nicht zwingend einen Neubau geben muss. Dieckmann: „Das hängt eben davon ab, ob die Helios-Klinik einen neuen Partner für die Kinder- und Jugendpsychiatrie findet.“

Von Seiten der Helios Kliniken GmbH nimmt Pressesprecherin Marina Dorsch dazu Stellung. „Wir prüfen derzeit alle möglichen Optionen und suchen für die Weiterführung des Standortes nach guten Lösungen. Dies schließt auch die Suche nach einem strategischen Partner mit ein – innerhalb von Helios durch weitere Kooperationen und aus den Reihen anderer etablierter Kliniken.“

Neubau wäre hilfreich

In Frage kommen könnten da beispielsweise das Katholische Klinikum oder das Klinikum des Landschaftsverbandes (LWL). Beide haben Standorte in Bochum. Gerd Julius würde so eine Lösung begrüßen.

Inzwischen hat er sich damit abgefunden, dass es mit dem Neubau für die Schule für Kranke bis zu seinem Abschied mit dem beginnenden Ruhestand nichts mehr wird. Er möchte aber dennoch Bewegung in der Sache sehen. Auch wegen der Lehrer. „Sie leisten hier gute Arbeit und werden des weiterhin auch an diesem Standort in diesen Räumen tun. Wir müssen nach vorne gucken. Wir wissen ja jetzt auf jeden Fall, dass die Schule nicht geschlossen werden soll. Aber ich denke eben auch, dass es von öffentlichem Interesse ist, zu wissen, wo und wie es weitergeht. Ein Neubau wäre für unsere Schule sicherlich sehr hilfreich.“

Neue Möglichkeiten

Gerd Julius hatte bereits angeregt, dass die Stadt überprüfen solle, ob es nicht möglich sei, dem Helios Klinikum den Versorgungsauftrag zu kündigen. Damit wäre der Weg frei für neue Partnerschaften und Möglichkeiten. Die Stadt aber ist da falsche Ansprechpartner. Sie vergibt nicht den Versorgungsauftrag. Das macht das Land, beziehungsweise das Gesundheitsministerium.

Das beantwortete eine entsprechende Anfrage der WAZ-Redaktion so: „Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen stationären Versorgung ist dem Land Nordrhein-Westfalen ein hohes Anliegen. In Nordrhein-Westfalen wird ein Krankenhaus durch den Erlass eines Feststellungsbescheides in den Krankenhausplan aufgenommen. Der Umfang des Versorgungsauftrages ergibt sich aus dem Inhalt des Feststellungsbescheides. Für das Helios St. Josef Hospital in Bochum-Linden besteht unter anderem ein Versorgungsauftrag für die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schulen (für Kranke) sind nicht von diesem Versorgungsauftrag umfasst.“

Ein Entzug des Versorgungsauftrages sei nur unter engen Voraussetzungen möglich. Voraussetzung sei das Abweichen von den Vorgaben des Feststellungsbescheides oder die Bindung planwidriger Versorgungsangebote. „Derzeit liegen dem Ministerium keine Informationen vor, die eine Entziehung des Versorgungsauftrages begründen.“

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