Hitzewelle

Hitzewelle: Stadt Bochum bereitet „Notfallplan Teiche“ vor

Mitarbeiter der Stadt pumpen an diesem Mittwoch Wasser und Sauerstoff in den Stadtparkteich. Die Maßnahme gehört zu dem „Notfallplan Teiche“.

Mitarbeiter der Stadt pumpen an diesem Mittwoch Wasser und Sauerstoff in den Stadtparkteich. Die Maßnahme gehört zu dem „Notfallplan Teiche“.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Bochum.   Tote Fische und Teiche, die umzukippen drohten, gehörten im Vorjahr zu den Negativerscheinungen des Sommers. Diesmal will Bochum gerüstet sein.

Die erste kurze Hitzewelle liegt hinter uns. Und vermutlich folgt über kurz oder lang die nächste. Nach den Erfahrungen im Vorjahr, als städtische Teiche umzukippen drohten und Hunderte Fische starben, möchte die Stadt Bochum in diesem Jahr besser gerüstet sein. Sie arbeitet an einem „Notfallplan Teiche“.

Im Idealfall soll es dann für jeden der insgesamt 54 Teiche in der Stadt (17 in Mitte, zwölf in Wattenscheid, sieben in Südwest sowie je sechs in den Bezirken Nord, Ost und Süd) eine passende Vorgehensweise geben. Dabei ist das „gezielte Austrocknen“ eine der Möglichkeiten, die die Verwaltung vorschlägt. Denn: „Es ist ökologisch nicht sinnvoll und auch nicht ressourcenschonend, wenn Teichen bei Trockenfallgefahr künstlich Wasser zugeführt wird, „sagt Stadtsprecher Thomas Sprenger. Indes: Mehrere Gewässer, darunter auch der Gondelteich im Stadtpark, wurden im vergangenen Jahr mit Frischwasser versorgt.

Auch an diesem Mittwoch haben Mitarbeiter des Technischen Betriebs hunderte Kubikmeter Frischwasser in den Stadtparkteich gepumpt. Außerdem haben sie am Dienstag einen provisorischen Belüfter angebracht, ein weiterer soll in den nächsten Tagen folgen. „Sauerstoffgehalt und Temperatur des Teiches werden durchgängig von Sensoren kontrolliert. Diese hatten am Dienstag ein Absinken des Sauerstoffgehalts des Gewässers gemeldet“, heißt es in der Verwaltung.

Austrocknen ist ökologisch vertretbar

Aber: „Gerade in heißer Sommerzeit, wo Kommunen grundsätzlich der Trinkwasserknappheit ausgesetzt sind, macht es wenig Sinn, das Wasser für alle Teichanlagen zu nutzen“, sagt Thomas Sprenger. „Ein temporäres Austrocknen ist ökologisch vertretbar, Fischbesätze sollten möglichst vorher durch Elektrobefischung umgesetzt werden.“

Elektrofischen wird aus wissenschaftlichen Gründen betrieben, aber auch, um vom Austrocknen bedrohte Gewässer abzufischen. Dazu werden Elektrofanggeräte verwendet.

Sorgen, dass über kurz oder lang so Teiche aus dem Stadtgebiet verschwinden und sich damit der Lebensraum von Mensch und Tier verändert, hat die Verwaltung nicht. „In regenreicheren Zeiten werden diese Teiche auch wieder Wasser führen und ihre ökologische Bedeutung wieder stärken.“

Amphibien sollen geschützt werden

Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde ist es indes sinnvoll, die Teiche im Herrensiepen (Langendreer),der Kleingewässer auf der Fläche des ehemaligen Autokinos an der Metternichstraße (Wattenscheid), des Regenrückhaltebeckens an der Höfestraße/Untere Heintzmannstraße (Querenburg) sowie in der Park- und Grünanlage Wiesental (Weitmar) in Zeiten großer Hitze wegen der dortigen Amphibienvorkommen mit frischem Wasser zu versorgen.

Grundsätzlich, so Stadtsprecher Sprenger, müssten unterschiedliche Vorgehensweisen geprüft und auf die jeweiligen Teiche und Tümpel angepasst werden. Dazu gehören : Frischwasserzufuhr, Belüftung und Umwälzung sowie das gezielte Austrocknen.

Reihenfolge noch nicht bestimmt

Eine Reihenfolge, nach der die Teiche in Zeiten großer Trockenheit zu betreuen sind, gibt es nicht – oder noch nicht. Sie richtet sich nach Auskunft der Stadt nach der naturschutzrechtlichen Wertigkeit, nach Lage und Erscheinungsbild in Grünanlagen und nach eigentlicher Notwendigkeit und technischen Möglichkeiten. Sprenger: Zur Feinabstimmung der Prioritäten werden zur Zeit Gespräche geführt.“

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