Stadtteil-Check

Darum fühlen sich die Menschen in Eppendorf sicher

Die Eppendorferin Katrin Fittinghoff mit dem Bezirksbeamten Marcus Schulze am neuen Kreisverkehr Am Thie.„Hier in Eppendorf fühle ich mich sicher“, sagt die 58-Jährige. Fotos:Dietmar Wäsche

Die Eppendorferin Katrin Fittinghoff mit dem Bezirksbeamten Marcus Schulze am neuen Kreisverkehr Am Thie.„Hier in Eppendorf fühle ich mich sicher“, sagt die 58-Jährige. Fotos:Dietmar Wäsche

Bochum.   In keinem anderen Bochumer Stadtteil bewerten die Menschen die Sicherheit so gut wie in Eppendorf. Das ist das Ergebnis des Stadtteil-Checks.

Der Gewinner ist Eppendorf. In keinem anderen Stadtteil fühlen sich die Menschen so sicher wie dort. Jedenfalls wenn es nach den Ergebnissen des großen „Stadtteil-Checks“ der WAZ geht. Karin Fittinghoff (58) muss es wissen: Ihr ganzes Leben hat sie in dem Wattenscheider Stadtteil gelebt. Als sie am Kreisverkehr Am Thie vorbeigeht sagt sie: „Hier in Eppendorf fühle ich mich sicher.“

179 WAZ-Leser aus Eppendorf haben auf einem Fragebogen der WAZ die Sicherheit in ihrem Stadtteil im Durchschnitt mit der Schulnote 1,82 benotet. Das ist Spitze in Bochum.

Relativ viel Polizeipräsenz

„Ohne jede Beklemmung gehe ich hier einkaufen“, sagt Karin Fittinghoff. „Auch wenn es abends schon dunkel ist, aber eigentlich ist es ja gar nicht dunkel wegen der guten Beleuchtung, und es ist immer Verkehr, ich könnte jederzeit ein Auto anhalten.“

Kurz vorher quert eine weitere Eppendorferin im mittleren Alter zu Fuß den Kreisverkehr, das Geschäftszentrum des Stadtteils. Auch sie ist zufrieden. „Die Polizei fährt hier relativ häufig durch die Ruhrstraße.“ Die ist gleich nebenan. „Ich habe gar keine Angst, auf die Straße zu gehen, auch nicht im Dunkeln.“

Eppendorf ist das Stiepel von Wattenscheid: wohlhabender, sauberer, luftiger bebaut und viel grüner als andere Stadtteile. Gewerbelärm, Graffiti und Sprühereien gibt es dort kaum, Angsträume im öffentlichen Raum auch nicht, eine Drogenszene sowieso nicht, Müll am Straßenrand ist fast nirgends zu sehen. Wo es sauber und ordentlich und ländlicher wirkt, erscheint die Welt auch ungefährlicher.

„Der Eppendorfer betont gerne, dass er aus Eppendorf kommt, wie der Stiepeler“, sagt Polizeioberkommissar Marcus Schulze. „Aber nicht aus Überheblichkeitsgründen, sondern weil er gerne hier lebt.“

Eppendorf: wenig Anonymität, wenig Verbrechen

Seit kurzem ist der 51-Jährige als Bezirksbeamter Ansprechpartner vor Ort. „Das soziale Gefüge ist hier deutlicher angesiedelt. Hier herrscht kaum Anonymität. Wo wenig Anonymität ist, ist auch wenig Verbrechen.“

Nachbarn würden untereinander aufpassen, auch im Urlaub. „Viele Nachbarn haben auch die Schlüssel von den Nachbarhäusern.“ Außerdem: Überfälle auf Fußgänger kenne man hier nicht. Regelmäßig schaut er auch auf dem Friedhof vorbei, um dort gerade den älteren Besuchern ein Sicherheitsgefühl zu geben.

Schulze, der täglich in Eppendorf unterwegs ist und dies zu 90 Prozent in Gelb-Blau auf dem Dienst-E-Bike, hat neulich in einem Seniorenwohnheim Frage und Antwort gestanden. Sehr viel hätten ihn die Bewohner gefragt, allerdings: „Das Sicherheitsgefühl wurde dabei nicht angekratzt. Wenn ältere Menschen sich sicher fühlen, dann ist es auch sicher.“

Wenig Einbrüche trotz wohlhabender Haushalte

Erst recht gilt dies für Gegenden, in denen die Häuser ganz schön teuer sind. „Ziemlich hoch“ sei die Millionärsdichte hier in Eppendorf, schätzt Schulze. „Ich würde fast behaupten, dass wir in keinem anderen Stadtteil so viele Einfamilienhäuser haben.“

Beispiel Konradstraße und Grenzstraße, Beispiel die Gegend um den Südpark: Sehr ruhige Straßen, trotzdem gute Verkehrsanbindungen. „Hier wohnt die Hautevolee“, hätte seine Großmutter gesagt, meint Schulze.

Einbrüche gebe es allerdings auch hier. „Kommt vor, hält sich aber deutlich in Grenzen.“ Die Kriminalstatistik lasse den Puls hier nicht nach oben schnellen.

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