Erste Hilfe

Wittener Studenten bieten in Bochum Reanimationskurse an

Studentin Caro geht mit Max die einzelnen Schritte für die Erste Hilfe durch. Hier führt Max eine Herzdruckmassage durch. Sie klatscht dazu den Takt, damit er im Rhythmus bleibt.

Studentin Caro geht mit Max die einzelnen Schritte für die Erste Hilfe durch. Hier führt Max eine Herzdruckmassage durch. Sie klatscht dazu den Takt, damit er im Rhythmus bleibt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum/Witten.  Die Wittener Studenteninitiative „Herzergreifend“ bietet in Bochum besondere Erste-Hilfe-Kurse für Grundschüler an. Sie werden zu Lebensrettern.

Diese lauten Hilfe-Schreie der Schüler klingen dann doch bedenklich. Gerade auch in Verbindung mit dieser Musik. Das Lied von der Biene Maja schallt in der Aula der Regenbogenschule aus einer mobilen Box. Den Kindern aber geht es gut. Auch wenn es um ein ernstes Thema geht: Erste Hilfe, Lebensrettung. Eine Initiative von Medizinstudenten der Uni Witten-Herdecke will dafür sorgen, dass bereits Kinder in Bochum wissen, wie sie im Notfall reagieren und Leben retten können. Deshalb die Schreie, deshalb Biene Maja.

„Die älteren Menschen haben als Lied für den Rhythmus bei der Herz-Massage zur Rettung von Menschen Staying Alive oder Highway to Hell“, sagt Antonia Viazis. „Aber diese Lieder kennen die Kinder nicht. Biene Maya schon.“ Zusammen mit Sandro Tasillo und Lukas Schulte hat sie die Gründung des Vereins „Herzergreifend“ auf den Weg gebracht. „Noch gibt es den Verein nicht“, sagt sie. „Wir hoffen aber, dass das bald klappt.“

Gedanke der Lebensrettung soll eher in die Köpfe

Die Studenten wollen dafür sorgen, dass der Gedanke der Lebensrettung schon eher in die Köpfe kommt. In anderen Ländern gibt es das schon“, sagt Viazis. Die Skandinavier seien da wesentlich weiter, aber auch die Niederländer. „Bislang machen in Deutschland die meisten Menschen einen Erste-Hilfe-Kurs, wenn sie den Führerschein machen“, sagt Tasillo. „Dann können sie eine Herzmassage eine Zeit lang theoretisch durchführen, vergessen dass dann aber auch wieder. Im Ernstfall haben sie dann Hemmungen einem Menschen zu helfen. Wenn die Kinder das aber schon in der Grundschule lernen und das dann auf der weiterführenden Schule aufgefrischt wird, bleibt das nachhaltiger haften.“ Die Studenteninitiative hat bereits eine Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg gestartet. Sie wollen möglichst viele Schulen und Schüler erreichen. Sie kommen kostenlos an die Schulen und bringen die Unterrichtsmaterialien mit.

Lebensretter können nichts falsch machen

Alle Kinder der 3d der Regenbogenschule bekommen am Ende eine Urkunde. Sie sind nun „Lebensretter“. Sie haben innerhalb der 90 Minuten viel gelernt und sich offensichtlich alles richtig gemerkt. Auch dank Biene Maja. „Zunächst müssen wir gucken, ob der Mensch ansprechbar ist“, sagt Viola. „Und die Atmung überprüfen.“ Dann heißt Hilfe rufen und den Notarzt, sprich Polizei oder Feuerwehr alarmieren. „Und dann müssen wir auf das Herz drücken“, sagt ein Junge. „Und wie feste muss man drücken?“, fragt Studentin Carina. „So feste man kann“, antwortet Justin. „Ganz genau“, sagt Carina. „Ganz wichtig ist: Ihr könnt nichts falsch machen, außer man macht gar nichts.“

Kontakt zur Initiative gibt es über herzergreifend@uni-wh.de.

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