Verbrechen

Unbekannte rauben auffallend oft Spielhallen in Bochum aus

Mit Schusswaffen und einem Messer sind seit Januar acht Spielhallen in Bochum überfallen worden.

Mit Schusswaffen und einem Messer sind seit Januar acht Spielhallen in Bochum überfallen worden.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Bochum.   Acht Raubüberfälle wurden bereits in diesem Jahr auf Spielhallen verübt – auffallend viele. Bisher laufen aber alle Täter noch frei herum.

Unbekannte Räuber haben es in diesem Jahr auffallend oft auf Spielhallen in Bochum abgesehen. Bereits achtmal haben sie die Angestellten mit Schusswaffen bedroht und Bargeld erbeutet. „Wir haben eine signifikante Steigerung“, sagte Polizeisprecher Frank Lemanis am Dienstag auf WAZ-Anfrage. Im gesamten Jahr 2018 hatte es in Bochum nur einen einzigen Überfall auf eine Spielhalle gegeben. Kein einziger der Täter aus der Überfallserie 2019 konnte bisher von der Polizei ermittelt oder gar festgenommen worden.

Die letzte Tat ereignete sich am vergangenen Samstagabend an der Hattinger Straße 70, unweit der Bessemerstraße. Um 21.25 Uhr bedrohte der maskierte und mit einer Pistole bewaffnete Mann die 21-jährige Angestellte und erpresste damit Bargeld. Die Frau erlitt einen Schock und musste ins Krankenhaus. Erst vor kurzem, am 26. März, um 20.30 Uhr, war diese Spielhalle von einem Räuber heimgesucht worden. Auch er hatte mit einer Schusswaffe gedroht.

Zweimal kurz hintereinander wurden Spielhallen an der Wittener Straße ausgeraubt

Gleich zweimal kurz hintereinander wurden auch die Spielhallen an der Wittener Straße 68 und 83 ausgeraubt, zwischen BP/Aral und Steinring. In der Nacht des 5. Juni, 0.45 Uhr, sowie in der Nacht des 14. Juni, 1 Uhr, wurden die Spielhallenaufsichten gezwungen, das Geld aus der Kasse herauszugeben. Das erste Mal drohte ein maskierter Täter wieder mit einer schwarzen Pistole, das zweite Mal mit einem Messer.

Hier die weiteren vier Spielhallen-Überfälle in diesem Jahr:

– 26. Februar an der Hattinger Straße 648 in Linden

– 1. April an der Straße „Am Thie“ 26 in Eppendorf

– 27. April an der Herner Straße 289 in Hofstede

– 26. Mai an der Alten Bahnhofstraße 119 in Langendreer.

Fast alle Spielhallen wurden abends oder nachts überfallen. Immer haben die Täter Bargeld erpressen können. Die Höhe war jeweils dreistellig, maximal vierstellig im niedrigen Bereich. Trotz der relativ überschaubaren Beute sieht das Gesetz für alle hier vorliegenden Verbrechen im Regelfall mindestens fünf Jahre Haft vor. Physisch verletzt wurde keines der Opfer, es wurde auch kein Schuss abgegeben. Wie die Opfer aber psychisch litten oder leiden, ist unbekannt.

In Eppendorf waren gleich zwei Täter am Werk

In fast allen Fällen waren Einzeltäter am Werk, vielleicht sogar mehrfach. Nur einmal – in Eppendorf – waren es zwei. „Ein Täter forderte unter Vorhalt einer Schusswaffe die Mitarbeiterin auf, Bargeld herauszugeben. Währenddessen bedrohte der zweite Täter mit einer weiteren Schusswaffe mehrere Gäste, die sich in einem Nebenraum aufhielten“, berichtet die Polizei.

Dem Kriminalkommissariat liegen zwar Videoaufnahmen vor. Aber diese sollen nicht sonderlich ergiebig sein, um die Identität der Täter ermitteln zu können. Trotzdem versuchen die Ermittler, daraus wichtige Erkenntnisse zu ziehen. Möglich ist auch, ob hinter den Überfällen eine Bande steckt, die in wechselnder personeller Besetzung auf Raubzug geht.

Polizeisprecher Lemanis: „Das KK 13 ermittelt mit hoher Intensität. Wir sind guter Dinge, dass wir über kurz oder lang jemanden festnehmen können.“

Hinweise an die Kripo: 0234/909 4105 oder -4441 (Kriminalwache außerhalb der Bürodienstzeiten).

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